Die Flugbuchungen von Kanada in die Vereinigten Staaten sind für die bevorstehende Sommersaison um 75% eingebrochen; die Boykottbewegung ist somit Realität, was die Gegner von Donald Trump erfreuen mag, aber Air Canada – sowie auch ihrem Landsmann WestJet – im Jahr 2025 schwer schaden wird.
Der Aktienkurs stürzt daher auf sein Zehnjahrestief ab. Letztes Jahr um diese Zeit – also lange vor den Eskapaden des neuen amerikanischen Präsidenten – warnte MarketScreener bereits, dass diese Möglichkeit trotz scheinbar attraktiver Bewertungskennzahlen sehr wahrscheinlich eintreten würde.
Tatsächlich waren die Ergebnisse von Air Canada nach einer ausgezeichneten Tourismussaison im Anschluss an die Wiedereröffnungen und das Ende von Covid durch einen sehr günstigen Wechselkurseffekt aufgrund der Schwäche des kanadischen Dollars und der ungewöhnlichen Stärke des US-Dollars gesteigert worden.
Diese glückliche Phase konnte nicht von Dauer sein. Im Jahr 2024 war das Wachstum der Buchungen schwach und ein diesmal ungünstiger Wechselkurseffekt kostete das Unternehmen "läppische" 400 Millionen Dollar, was mehr war als der glückliche Gewinn des Vorjahres.
Der Betriebsgewinn halbierte sich wenig überraschend – trotz eines gesunkenen Ölpreises – und der Vorsteuergewinn verringerte sich um das Vierfache. Wenngleich das Nettoergebnis eine bessere Haltung zeigte, war dies wiederum einem außergewöhnlichen Element zu verdanken: einer Steuerrückzahlung von 1,2 Milliarden Dollar.
Der freie Cashflow profitierte von einem weiteren Sonderposten – zum ersten Mal in zwölf Jahren, dem Verkauf von kurzfristigen Anlageinstrumenten. Dies ermöglichte es dem Unternehmen, eine bedeutende Entschuldung von 2,4 Milliarden Dollar vorzunehmen und 473 Millionen Dollar in Aktienrückkäufe zu stecken.
Die Analysten von MarketScreener nahmen diese Entscheidung eher mit Bestürzung auf. Zwischen 2015 und 2020 hatte Air Canada, wie auch andere amerikanische Fluggesellschaften, begonnen, ihre Cashflows in Aktienrückkäufe zu lenken – um sich schließlich ohne Liquidität wiederzufinden, als es darum ging, die 6 Milliarden Dollar Verluste zu absorbieren, die durch die Pandemie verursacht wurden.
Wie dem auch sei, ohne diese beiden weiteren glücklichen Umstände im Jahr 2024 hätte der Cashflow von Air Canada kaum ausgereicht, um die Investitionen zu decken. Der Markt lässt sich nicht täuschen: Nach einer kurzen Erholung Ende 2024 schickt er den Aktienkurs wieder in Richtung seiner Tiefststände.


















