Es gibt die krassen Fälle wie RH, ehemals Restoration Hardware, die alles auf eine Karte setzen: massive, punktuelle Aktienrückkäufe, finanziert durch eine drastische Erhöhung der Verschuldung. Siehe dazu: RH: Wird es zur „Meme-Aktie“ des Jahres 2025?
Dann gibt es jene Fälle epischer Wertvernichtung – absehbar, weil die Rückkäufe zu überhöhten Bewertungen und aus fragwürdigen Motiven erfolgten: zur Kursstützung, zur Erreichung von Schwellenwerten für Aktienoptionen und Ähnlichem.
Zu den bedauerlichen Beispielen zählen etwa: Boeing: Programmierte Atemnot oder The North Face und Co: Eigentümer steht kurz vor der Insolvenz.
Es gibt auch echte Erfolgsbeispiele, bei denen die Rückkäufe strategisch klug getimt waren – also dann erfolgten, wenn die Bewertung eine deutliche Unterbewertung gegenüber dem inneren Wert aufwies. Solche Rückkäufe erweisen sich als ausgesprochen lohnend für langfristige Aktionäre.
Beispiele dafür: Oracle: Glänzende Ergebnisse und offene Fragen oder Shell:Strategische Kehrtwende.
Und dann gibt es Fälle, die weniger eindeutig sind – wie Adobe. Der Aktienkurs des Unternehmens liegt derzeit exakt auf dem Niveau von vor fünf Jahren. Dabei haben sich Umsatz, operativer Gewinn und freier Cashflow in dieser Zeit verdoppelt.
Dass sich diese solide fundamentale Entwicklung nicht im Kurs widerspiegelt, liegt an der astronomischen Bewertung im Jahr 2020: Damals wurde Adobe mit dem 60-Fachen des Gewinns gehandelt – heute liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei deutlich moderateren 25.
Zwischen 2020 und 2025 bewegte sich die durchschnittliche Bewertung bei rund dem 45-Fachen der Gewinne – ein Niveau, das Adobe für angemessen hielt, um Aktien im Wert von 35 Milliarden Dollar zurückzukaufen. Das entspricht dem gesamten kumulierten freien Cashflow der Periode.
Die Frage nach der tatsächlichen Wertschöpfung drängt sich auf: Adobe hat mit diesen Rückkäufen rund 11 % seines Kapitals eingezogen. Daraus ergibt sich implizit eine Selbstbewertung von rund 350 Milliarden Dollar – oder anders gesagt: Der Konzern hält sich bei dieser Bewertung für ein lohnendes Investment.
Warum nicht? Nur: Der Markt sieht das momentan ganz anders – und bewertet Adobe aktuell mit lediglich 170 Milliarden Dollar, also nur der Hälfte.



















