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Suse enttäuscht mit Auftragsprognosen - Aktie bricht ein

Suse enttäuscht mit Auftragsprognosen - Aktie bricht ein

Frankfurt (Reuters) - Die trüben Konjunkturaussichten bremsen den Linux-Softwareanbieter Suse. Das Nürnberger Unternehmen senkte am Donnerstag erneut seine Auftragsprognose für das laufende Geschäftsjahr und schickte damit seine Aktien auf Talfahrt. Suse erwartet nun beim annualisierten Vertragswert (ACV) im Kerngeschäft ein Wachstum von rund zehn Prozent, nachdem bislang ein Zuwachs im mittleren Zehnerprozentbereich angestrebt worden war. Diese Prognose hatte Suse bereits im Juli gesenkt. Im Geschäft mit aufstrebenden Softwarelösungen geht der Konzern nun von einem Plus von rund 20 statt von 50 Prozent aus. Suse-Aktien fielen zeitweilig um mehr als 30 Prozent auf ein Rekordtief von zwölf Euro. Händler verwiesen auf die wiederholt gesenkten Auftragsprognosen. Zudem sei der freie Kapitalfluss enttäuschend ausgefallen. Finanzchef Andy Myers übte sich in Zuversicht: "Wir sehen zwar kurzfristige Auswirkungen auf unser ACV, aber ich bin weiterhin zuversichtlich, dass wir unsere Marktchancen nutzen und unsere mittelfristige Prognose erfüllen können." Die Ziele für den bereinigten Umsatz und die bereinigte operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) für das Geschäftsjahr 2021/2022 bekräftigte er. Im dritten Quartal, das bis Ende Juli lief, kletterte der Umsatz noch um 13 Prozent auf 171,2 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) legte um 18 Prozent auf 65,1 Millionen Euro zu. Der annualisierten Vertragswert im Kerngeschäft sank indes um acht Prozent, während im Emerging-Geschäft ein Zuwachs von 21 Prozent zu Buche stand. Gegenwind kam dabei auch vom starken Dollar. (Bericht von Patricia Weiß; redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
Am 22. September 2022 um 11:14 Uhr
Salzgitter spürt Gegenwind - Prognose aber bestätigt

Salzgitter spürt Gegenwind - Prognose aber bestätigt

Düsseldorf (Reuters) - Nach einem Rekordgewinn im ersten Halbjahr rechnet der Stahlkonzern Salzgitter mit Bremsspuren im weiteren Verlauf. Seine Jahresziele behält er aber bei. "Das zweite Halbjahr wird jetzt deutlich anstrengender - wir merken beispielsweise, dass Kunden bereits erste Projekte verschieben oder absagen, etwa in der Bauindustrie", sagte Konzernchef Gunnar Groebler dem "Handelsblatt (Donnerstagausgabe). Auch die Autobranche sei nicht so stark zurückgekommen, wie gehofft. "Dennoch stehen wir zu unserer Prognose." Mit Blick auf die steigenden Energiekosten erklärte der Manager, am Hauptstandort in Salzgitter unabhängig zu sein. "Der Standort ist bei seiner Stromversorgung weitgehend autark, weil wir das Gas nutzen können, das in der Kokerei und im Hochofen entsteht." Schwieriger werde es in einigen Werken, wo der Stahl für die Weiterverarbeitung wärmebehandelt werden muss. "Dort merken wir die Preissteigerungen stark." 2022 würden die Kosten wohl um einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag über dem Vorjahr liegen. Teilweise würden die Kosten aber an die Kunden weitergegeben. "Wir erzielen in unseren Geschäften immer noch positive Ergebnisse, wenn auch sicher nicht auf dem gleichen Niveau wie im ersten Halbjahr", sagte Groebler. Deutschlands Nummer Zwei hinter ThyssenKrupp hatte dank Rekordpreisen für Stahl in der ersten Jahreshälfte so gut verdient wie nie. Der Vorsteuergewinn stieg um mehr als das Dreifache auf 970 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern wegen der starken Stahlnachfrage und der hohen Preise einen Rekordgewinn von 1,0 bis 1,2 Milliarden Euro vor Steuern. (Bericht von Anneli Palmen, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
Am 22. September 2022 um 09:06 Uhr
Energiekonzern Uniper wird verstaatlicht

Energiekonzern Uniper wird verstaatlicht

Düsseldorf (Reuters) - Der angeschlagene Energiekonzern Uniper wird verstaatlicht. Der Bund teilte am Mittwoch mit, er habe sich auf ein Stabilisierungspaket verständigt, bei dem der Bund am Ende 99 Prozent der Anteile an Uniper übernehmen werde. Danach plane der Bund eine Kapitalerhöhung bei Uniper in Höhe von acht Milliarden Euro zum Preis von 1,70 Euro je Aktie. Der Bund übernehme zudem alle Anteile von Fortum an Uniper zu einem Preis von 1,70 Euro je Aktie. Der Bund sichere zudem die Finanzierung des Unternehmens bis zur Umsetzung der Kapitalerhöhung. Fortum und Uniper bestätigten den Deal. Der Bund hatte bereits im Juli ein Rettungspaket geschnürt, das aber nun nicht mehr ausreiche. "Die Anpassung des Stabilisierungspaketes wurde notwendig, weil sich die Kapitalerfordernisse von Uniper durch die komplette Einstellung der vertraglich vereinbarten Gaslieferungen aus Russland und die stark gestiegenen Gaspreise signifikant erhöht haben." Dies habe die Notlage des größten deutschen Importeurs von russischem Gas verschärft. Uniper hatte allein im ersten Halbjahr einen Verlust von über zwölf Milliarden Euro eingefahren. Der Konzern muss für die ausbleibenden Lieferungen aus Russland am teuren Spotmarkt Ersatz beschaffen und macht damit Milliardenverluste. (Bericht von Tom Käckenhoff, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
Am 21. September 2022 um 08:20 Uhr
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Forexanalysen
Japan bekämpft Yen-Schwäche mit historischem Eingriff am Devisenmarkt

Japan bekämpft Yen-Schwäche mit historischem Eingriff am Devisenmarkt

Tokio/Frankfurt (Reuters) - Japans Zentralbank greift erstmals seit 1998 zur Stützung des schwächelnden Yen in den Devisenmarkt ein. Dies gab ein Regierungsvertreter am Donnerstag bekannt. Mit Käufen der eigenen Währung verschafft die Bank of Japan (BoJ) dem Yen damit eine Atempause. Dadurch fiel der Dollar zunächst auf 142,90 Yen, nachdem er zuvor auf ein 24-Jahres-Hoch von 145,89 Yen gestiegen war. Börsianer hatten seit längerem über einen solchen Eingriff spekuliert. "Einseitige Interventionen sind auf Dauer wenig erfolgversprechend, das hatte die BoJ in der Vergangenheit bereits schmerzhaft erfahren müssen", sagte Commerzbank-Analystin Esther Reichelt. "Sie könnten aber vielleicht ausreichen, der BoJ Zeit zu verschaffen, falls sie eine baldige Abkehr von der ultra-expansiven Geldpolitik erwägt." Zuletzt hatten die Spekulationen auf eine Intervention zugenommen, nachdem die Notenbank einem Medienbericht zufolge einen Eingriff am Devisenmarkt vorbereitete. Die Zeitung "Nikkei" hatte unter Berufung auf Insider über einen sogenannten Kurstest berichtet. Dabei werden Devisenhändler angerufen und nach dem Preis für Kauf und Verkauf des Yen gefragt. Diese Kursüberprüfung wurde als Vorläufer für eine Intervention der Zentralbank interpretiert. ZENTRALBANK BLEIBT BEI LOCKERER LINIE Die Notenbank beließ am Donnerstag die kurzfristigen Zinsen bei minus 0,1 Prozent. Und die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen will sie weiterhin um null Prozent herum halten. Zudem soll es künftig bei der lockeren Linie bleiben. Notenbankchef Haruhiko Kuroda sagte nach dem Zinsbeschluss, es sei angebracht, die "kraftvolle" geldpolitische Lockerungspolitik beizubehalten, um die Wirtschaft zu stützen. Der starke Wertverfall des Yen mache den Firmen allerdings das Leben schwer. "Wir werden die Zinsen einige Zeit lang nicht erhöhen", fügte er hinzu. Die japanische Währung hat stark an Wert verloren, weil japanische Vermögenswerte für Investoren weniger attraktiv sind, seit die Zinsen außerhalb des Fernost-Landes fast allerorten anziehen. In den USA, der Euro-Zone, der Schweiz und Großbritannien ist ein geldpolitischer Straffungskurs im Gang. Zugleich werden die in Dollar abgerechneten Energieimporte für das rohstoffarme Japan im Zuge des Yen-Verfalls teurer. Die Notenbank schafft nun auf Weisung der Regierung etwas Abhilfe, indem sie Dollar verkauft und große Mengen Yen aufkauft. Zuletzt hatte Japan zur Stützung seiner Währung 1998 interveniert. Damals hatte die asiatische Finanzkrise einen Yen-Ausverkauf und einen raschen Kapitalabfluss aus der Region ausgelöst. Davor hatte Tokio in den Jahren 1991-1992 interveniert. (Bericht von Leika Kihara, geschrieben von Hakan Ersen, Reinhard Becker, redigiert von Elke Ahlswede. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
Am 22. September 2022 um 11:24 Uhr
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