Zwei chinesische Staatsangehörige, die verdächtigt werden, versucht zu haben, Satellitenkommunikation von einer Basis aus in einer Airbnb-Mietwohnung im südwestlichen Frankreich abzufangen, wurden laut Pariser Staatsanwaltschaft am Donnerstag formell unter Untersuchung gestellt.

Die Polizei wurde erstmals in der vergangenen Woche aufmerksam, als Anwohner bemerkten, dass auf dem Grundstück in Gironde eine etwa zwei Meter breite Satellitenschüssel installiert wurde, was zeitlich mit einem Internetausfall zusammenfiel, teilte die Behörde mit.

Die beiden chinesischen Staatsangehörigen sowie zwei weitere Personen wurden festgenommen und am Mittwoch einem Ermittlungsrichter vorgeführt; am Donnerstag wurden sie formell unter Untersuchung gestellt, so die Behörde weiter. Zwei von ihnen wurden in Untersuchungshaft genommen, während die anderen beiden unter richterliche Aufsicht gestellt wurden, ergänzte die Staatsanwaltschaft.

COMPUTERSYSTEM, SATELLITENSCHÜSSEL GEFUNDEN

Der Fall ist der jüngste in einer Reihe von Vorfällen, bei denen chinesische Spionage in Europa vermutet wird.

Die Spannungen zwischen Peking und westlichen Mächten in Bezug auf Spionage haben in den letzten Jahren zugenommen, da westliche Geheimdienste zunehmend vor angeblich staatlich unterstützten Hackeraktivitäten Chinas warnen. China hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. China wiederum wirft westlichen Ländern Hacking-Operationen vor. 

Als Reaktion auf die Ermittlungen erklärte das chinesische Außenministerium am Donnerstag, man lehne "bösartige Verleumdung und Diffamierung" gegen das Land ab und fordere die betreffenden Parteien auf, die legitimen Rechte und Interessen chinesischer Staatsbürger zu schützen.

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass ihre Cybercrime-Einheit am Mittwoch Ermittlungen wegen des Verdachts aufgenommen habe, dass zwei chinesische Staatsangehörige nach Frankreich eingereist seien, um Daten aus dem Starlink-Satellitennetzwerk sowie von militärischen und anderen wichtigen Einrichtungen abzufangen und zu übermitteln.

Ermittler durchsuchten das Anwesen in Gironde am 31. Januar und entdeckten ein Computersystem, das mit Satellitenschüsseln verbunden war und zum Abfangen von Satellitendaten diente, welches zur Analyse sichergestellt wurde, so die Behörde. Die beiden Personen wurden in Gewahrsam genommen.

Zwei weitere Personen wurden festgenommen, als sie an der Unterkunft eintrafen, da sie im Verdacht stehen, das Material illegal eingeführt zu haben.

Die gerichtliche Untersuchung wird sich auf mutmaßliche Straftaten konzentrieren, darunter die unrechtmäßige Weitergabe sensibler Informationen an ausländische Stellen, was potenziell nationale Interessen gefährden könnte, sowie den organisierten Diebstahl von Daten aus einem automatisierten Verarbeitungssystem.