Wie die gesamte Versicherungsbranche profitiert auch Zurich seit dem Ende der Pandemie von deutlichen Prämienerhöhungen, die Margen und Rentabilität auf Niveaus treiben, die seit 2007 – also im Jahr vor der Subprime-Krise – nicht mehr erreicht wurden.
Vielleicht erklärt das die verhaltene Reaktion der Investoren auf die Vorlage der Jahreszahlen. Dabei ist hervorzuheben, dass der Gewinn je Aktie ein 20-Jahres-Hoch erreicht hat – und sich ebenso wie die Dividende innerhalb eines Jahrzehnts verdoppelt hat.
In dieser Hinsicht schlägt der von dem unbeirrbaren Mario Greco geführte Konzern Wettbewerber wie Axa, Generali oder Allianz. Greco hatte bereits 2022 die Richtung vorgegeben und prognostiziert, dass es seinen Konkurrenten schwerfallen werde, die guten Jahre, die Zurich bevorstünden, zu kopieren.
Diese optimistischen Kommentare – im Versicherungsgeschäft häufig ein Warnsignal – wurden damals mit einer gewissen Skepsis aufgenommen. Rückblickend jedoch lag Greco richtig, sowohl mit seiner Einschätzung der Marktdynamik als auch mit der strategisch klugen Übernahme des Schaden- und Unfallgeschäfts von MetLife mitten in der Pandemie.
Zurich wird inzwischen zu Bewertungsmultiplikatoren gehandelt, die man in der Branche lange für unmöglich gehalten hätte: mehr als das Vierfache des Buchwerts – rund doppelt so hoch wie bei Allianz oder Axa und deutlich über dem Niveau eines zuletzt stark gelaufenen Rückversicherers wie Hannover Rück.
Der Jahresauftakt ist von einem weiteren Anlauf – dem fünften binnen zwölf Monaten – geprägt, Beazley zu übernehmen, einen auf Cyberrisiken spezialisierten Versicherer. Dieses Segment dürfte in den kommenden Jahren unter Druck geraten, was auf die Profitabilität des britischen Anbieters lasten könnte.
Für Zurich, einen der führenden Akteure in diesem Bereich, würde eine Konsolidierung den Weg zu einer stärkeren Preisdurchsetzung ebnen. Der Schweizer Konzern bietet eine Bewertung von rund dem Zweifachen des Buchwerts von Beazley, doch die Aktionäre des britischen Unternehmens zeigen sich bislang wenig geneigt, das Angebot anzunehmen.
Möglicherweise wollte Mario Greco verhindern, dass ein US-Private-Equity-Fonds Beazley vor ihm übernimmt. Der Zurich-CEO hatte sich bekanntlich öffentlich gegen das Vordringen von Finanzinvestoren wie Apollo, KKR oder Brookfield in die Branche ausgesprochen, die nach einem verlorenen Jahrzehnt – und just in dem Moment, als die Zinsen wieder anzogen – begonnen hatten, um europäische Versicherer zu kreisen.
Drei Jahre später hat sich das Bild gewandelt: Nach einer langen Phase der Underperformance wird der europäische Versicherungssektor insgesamt wieder auf oder nahe historischen Höchstbewertungen gehandelt.




















