Diese Woche stand ganz im Zeichen kräftiger Kursverluste im US-Gütertransportsektor, dessen Tagesraten und Volumina direkt an die Warenströme von den großen Seehäfen ins Landesinnere gekoppelt sind.

So nähert sich der Kurs von UPS, das sich bereits in einer angespannten Lage befindet, wieder den Tiefständen von 2020. Selbst Old Dominion, bislang als unangreifbar geltend, blieb nicht verschont.

Wer bislang daran zweifelte, dass Zölle in erster Linie eine zusätzliche Steuer für den Importeur darstellen, dürfte durch die Zahlen von Stanley Black & Decker eines Besseren belehrt worden sein: Die vorgestern veröffentlichten Ergebnisse führten zu einem deutlichen Kursrückgang.

Die Bewertung des weltweit führenden Anbieters von Heimwerkerwerkzeugen bewegte sich bereits zuvor in der Nähe ihrer Tiefststände. Trotz zufriedenstellender Wachstumsraten über das letzte Jahrzehnt hinweg sind die Margen des Unternehmens kontinuierlich erodiert – ein Preis für den fehlenden Preisdurchsetzungsspielraum in einem Markt mit vielen, oft günstigeren Wettbewerbern.

In diesem Umfeld wirkt der zusätzliche Kostenblock durch die neuen Zölle besonders schmerzhaft. Rund ein Drittel der Lieferkette des Konzerns mit Sitz in Connecticut ist abhängig von China und Mexiko, ein weiteres gutes Viertel stammt aus anderen Nicht-US-Ländern.

Im ersten Halbjahr sanken die Umsätze um weitere 2,6 %, die Bruttomarge gab erneut leicht nach. Das Management beziffert den potenziellen jährlichen Zollaufwand bei Fortbestehen des aktuellen Regulierungsrahmens auf 800 Millionen US-Dollar. Für das Gesamtjahr 2025 rechnet das Unternehmen mit einem Rückgang des Gewinns je Aktie um mindestens 0,65 US-Dollar – ein Minus von rund 20 % gegenüber dem Gewinn der vergangenen zwölf Monate.

Zudem ist das Unternehmen weiterhin gezwungen, seine Verschuldung schnell zu senken, muss aber gleichzeitig neue Mittel aufnehmen, um kurzfristige Tilgungen zu bedienen. Umso dringlicher wird eine baldige Rückkehr zur Cashflow-Generierung auf Vor-Pandemie-Niveau – andernfalls droht ein Vertrauensverlust auf Investorenseite.

Bislang lassen die Halbjahreszahlen – bei aller Vorläufigkeit – noch keine klare Trendumkehr erkennen.

Sollte Stanley Black & Decker – ein Dividendenaristokrat mit 57 Jahren ununterbrochener Dividendenerhöhungen – zu einer Kürzung gezwungen sein, wäre das nicht nur ein markantes Zeichen, sondern auch eine gewisse Ironie der Geschichte: Immerhin war das Unternehmen einst einer der Sponsoren der Amtseinführung von Präsident Trump.