Spekulanten haben ihre größten Short-Wetten auf den Yen seit zwei Jahren reduziert. Dies geht aus wöchentlichen Daten einer US-Regulierungsbehörde vom Freitag hervor, nachdem mutmaßliche japanische Interventionen im geschätzten Wert von über 60 Milliarden Dollar die Händler aufgeschreckt haben. Daten der US Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zeigten, dass die Netto-Short-Positionen im Yen in der Woche zum 5. Mai auf 61.738 Kontrakte fielen, verglichen mit einem Fast-Zwei-Jahres-Hoch von 102.059 Kontrakten in der Vorwoche. Japan intervenierte Anfang Mai während der Feiertage am Devisenmarkt, zusätzlich zu den Yen-Kaufoperationen vom 30. April, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle am Freitag gegenüber Reuters erklärte. Eine offizielle Bestätigung aus Japan steht noch aus, doch Beamte drohen bereits seit Monaten mit Interventionen. Zudem setzt Tokio auf einen restriktiveren Kurs der Bank of Japan, der dazu beitragen könnte, den Verfall der angeschlagenen Währung zu bremsen.

Der Yen notierte zuletzt bei 156,71 pro US-Dollar und damit nicht weit entfernt von dem am 30. April erreichten Fast-Zwei-Jahres-Tief von 160,725, als Tokio laut Reuters-Quellen erstmals zur Stützung der Währung eingriff.

Die CFTC-Daten dürften die Auswirkungen der Maßnahmen Tokios auf die spekulativen Positionierungen nur teilweise widerspiegeln, da der jüngste Bericht den Zeitraum bis Dienstag abdeckt, der Yen jedoch auch am Mittwoch sprunghaft anstieg.

Rong Ren Goh, Portfoliomanager bei Eastspring Investments in Singapur, sagte, das Vorgehen der japanischen Behörden habe am Markt eine gewisse Zurückhaltung ausgelöst, den Bereich von 160 bis 165 herauszufordern, der vorerst als 'Tabuzone' betrachtet werde.

'Dies macht das Risiko-Rendite-Verhältnis von JPY-Short-Positionen auf diesem Niveau deutlich weniger attraktiv', so Goh. (Berichterstattung durch Ankur Banerjee in Singapur; Zusätzliche Berichterstattung durch Karen Brettell in New York; Redaktion durch Andrea Ricci)