Der Ukrainekrieg hat Yara schwer getroffen. Seit Beginn des Konflikts und der darauf folgenden Störung globaler Lieferketten stehen die Margen des Konzerns unter Druck. Zwar profitierte das teilstaatliche norwegische Unternehmen von seiner globalen Präsenz und konnte sich rasch an die veränderte Weltlage anpassen, doch die strategischen Ambitionen, die vor fünf Jahren an dieser Stelle bereits beleuchtet wurden – damals war die Aktie kurzzeitig und mit Gewinn im Europa-Portfolio von MarketScreener vertreten –, sind seither stark in Mitleidenschaft gezogen worden.
Yara steht heute weitgehend dort, wo es vor anderthalb Jahrzehnten bereits stand: Der für 2025 erwartete Umsatz entspricht in etwa dem Niveau von vor fünfzehn Jahren, der operative Gewinn hingegen liegt nur noch bei der Hälfte.
Zwar hat das Unternehmen die Zahl der ausstehenden Aktien deutlich reduziert, doch bereinigt um die Inflation fällt die wirtschaftliche Entwicklung deutlich negativ aus. Diese reale Schwäche erklärt auch die Stagnation des Aktienkurses über denselben Zeitraum hinweg.
Besonders spürbar wurde die Inflation für Yara bei den Investitionsausgaben, die im Jahr 2025 doppelt so hoch ausfallen dürften wie fünfzehn Jahre zuvor. Das hat die freien Cashflows unter Druck gesetzt, die Dividendenzahlungen volatil werden lassen und gleichzeitig die Verschuldung erhöht.
Im Branchenvergleich ähnelt Yaras Profil dem des US-Konzerns CF Industries. Beide werden aktuell mit dem etwa Sechsfachen ihres EBITDA bewertet – ein Abschlag gegenüber dem historischen Durchschnitt von rund dem Achtfachen.
Aus dem Sektor ragt derzeit nur der kanadische Konzern Nutrien heraus. Das Unternehmen ist breiter aufgestellt, vertikal integriert und profitiert von sehr niedrigen Energiekosten. Diese strukturellen Vorteile schlagen sich in einem deutlichen Bewertungsaufschlag gegenüber den beiden Wettbewerbern nieder.



















