Sollte dieser Budgetnachschlag verabschiedet werden, würden die Verteidigungsausgaben bis zum Ende des Jahrzehnts auf 2,5% des BIP steigen, gegenüber derzeit etwa 2%. Das Jahresbudget würde somit im Jahr 2030 einen Wert von 76,3 Mrd. Euro erreichen, was fast einer Verdoppelung gegenüber dem Niveau von 2017 entspricht. Damit beliefen sich die Verteidigungsausgaben im Zeitraum 2024-2030 auf insgesamt rund 436 Milliarden Euro.

"Unser Verteidigungsmodell zu planen bedeutet, Entscheidungen zu treffen", rief Fabien Mandon, Chef des Generalstabs der Streitkräfte, heute Morgen vor dem Verteidigungsausschuss in Erinnerung. Der General gab an, dass dieser neue Finanzrahmen es der Armee insbesondere ermöglichen würde, sich in den Bereichen Ausrüstung, Logistik und kritische Fähigkeiten zu verstärken - vor allem in einer Zeit, in der die US-Unterstützung für die europäische Verteidigung mehr denn je in Frage gestellt wird.

Konkret "handelt es sich eindeutig nicht um einen Modernisierungszyklus. Das Budget wird vielmehr auf die Intensivierung und Stärkung der operativen Kapazitäten ausgerichtet", betont Saïma Hussain, Verteidigungsanalystin bei AlphaValue, heute Morgen.

Im Detail sollen im Zeitraum 2024-2030 insgesamt rund 26 Mrd. Euro für den Kauf von Munition aufgewendet werden, was einem Plus von etwa 8,5 Mrd. Euro entspricht.

Für die Luftverteidigung und Drohnenabwehr soll das Budget um 1,5 bis 2 Mrd. Euro steigen, während die Ausgaben für Drohnen voraussichtlich um 2 Mrd. Euro zunehmen werden (auf insgesamt über 8 Mrd. Euro). Schließlich sollen die Bereiche Weltraum und ISR (Infrarotsatelliten + Bodenradare) von einem Gesamtbudget in Höhe von 10 Mrd. Euro profitieren.

AlphaValue geht davon aus, dass Thales aufgrund seiner starken Präsenz in den Bereichen Luftverteidigung, Radar, Sensoren und Schutzsysteme von dieser neuen Strategie profitieren dürfte. Diese Einschätzung teilt auch Chloé Lemarie von Jefferies, die zudem darauf hinweist, dass fast 20% des Umsatzes von Thales direkt vom staatlichen Verteidigungshaushalt abhängen.

Safran dürfte ebenfalls von seiner starken Position bei modularer Luft-Boden-Bewaffnung (AASM) profitieren, also gelenkten Bomben, deren Volumen sich mehr als verdreifacht hat. AlphaValue hebt das zusätzliche Wachstumspotenzial dieser Technologie durch Lenkung und Antrieb hervor.

Das MBDA-Ökosystem (via Airbus/BAE/Leonardo) sollte vom allgemeinen Anstieg der Raketenvolumina (Aster, MICA, SCALP) profitieren.
Airbus könnte zudem von neuen Aufträgen für den A400M profitieren (die Zahl von sechs Einheiten wird gelegentlich genannt) und verfügt über Wachstumspotenzial im Raumfahrtsektor.

Hingegen sind für Dassault Aviation keine zusätzlichen Rafale-Bestellungen zu erwarten. Saïma Hussain berichtet jedoch, dass dieses XXL-Budget eine Beschleunigung des Zeitplans für die Entwicklung des Rafale-Standards F5 ermöglichen dürfte.