Der europäische Flugzeughersteller Airbus hat eine sofortige Reparaturmaßnahme für 6.000 seiner weit verbreiteten A320-Jets angeordnet. Dieser umfassende Rückruf betrifft mehr als die Hälfte der weltweiten Flotte und droht während des verkehrsreichsten Reise-Wochenendes des Jahres in den USA für erhebliche Turbulenzen zu sorgen - mit Auswirkungen auf den gesamten internationalen Flugverkehr.

Die Maßnahme besteht hauptsächlich darin, auf eine frühere Software-Version zurückzugreifen. Wie aus einem von Reuters eingesehenen Bulletin an die Fluggesellschaften hervorgeht, muss das Update vor einer erneuten Inbetriebnahme der Flugzeuge durchgeführt werden. Mehrere Airlines teilten mit, dass es infolge der Reparaturen zu Verspätungen oder Flugausfällen kommen könne.

Im Folgenden eine Übersicht der bislang (Stand: 23:20 Uhr GMT) gemeldeten größeren Störungen bei den Airlines:

American Airlines

Der weltweit größte Betreiber von A320-Jets erklärte, dass etwa 340 seiner 480 A320-Flugzeuge von der Maßnahme betroffen seien. Das Unternehmen rechnet damit, die Updates größtenteils bis Samstag abschließen zu können; pro Maschine werden etwa zwei Stunden benötigt.

Lufthansa

Die deutsche Fluggesellschaft erwartet, dass es am Wochenende zu einer geringen Anzahl von Flugausfällen oder Verspätungen kommen wird, da die Umsetzung der von Airbus vorgeschriebenen Maßnahmen pro Flugzeug mehrere Stunden in Anspruch nimmt.

Avianca

Die kolumbianische Fluggesellschaft Avianca gab an, dass der Rückruf mehr als 70 % ihrer Flotte betrifft, was in den nächsten zehn Tagen zwangsläufig zu ,,erheblichen" betrieblichen Beeinträchtigungen führen werde. Der Ticketverkauf für Reisen bis einschließlich 8. Dezember wurde eingestellt.

Wizz Air

Einige Flugzeuge von Wizz Air benötigen das Software-Update. Die Airline hat die erforderliche Wartung umgehend eingeplant, um die Auflagen vollständig zu erfüllen. Daher könnten einige Flüge am Wochenende betroffen sein.

British Airways

Drei Kurzstreckenflugzeuge vom Typ A320 sind bei British Airways betroffen. Die Fluggesellschaft erwartet jedoch keine betrieblichen Auswirkungen.

easyJet

Die Airline teilte mit, dass das Software-Update bereits bei vielen betroffenen Maschinen durchgeführt wurde. Am Samstag soll das Flugprogramm regulär stattfinden.

Air France KLM

Nach der Mitteilung von Airbus hat die Airline am Freitag 35 Flüge gestrichen.

Air New Zealand

Alle A320neo-Flugzeuge der Airline erhalten vor ihrem nächsten Einsatz ein Software-Update, wodurch am Samstag mehrere Flüge beeinträchtigt werden. Es werden zudem weitere Flugausfälle erwartet.

Air India

Die Airline teilte mit, dass die Anweisung von Airbus zu einer Software- bzw. Hardware-Anpassung bei Teilen der Flotte führt, was längere Standzeiten und Verzögerungen im Betrieb zur Folge hat.

Air India Express

Die Billigtochter von Air India erklärte, dass zwar die meisten ihrer Flugzeuge nicht betroffen seien, die Vorgaben jedoch weltweit für alle Betreiber gelten und zu Verspätungen und Ausfällen führen können.

Indigo

Die indische Billigfluggesellschaft setzt die vorgeschriebenen Updates proaktiv um und rechnet mit ,,leichten Änderungen" im Flugplan, während die ,,vorsorglichen Updates" durchgeführt werden.

Volaris

Die mexikanische Airline erwartet aufgrund des Airbus-Updates in den kommenden 48 bis 72 Stunden Verspätungen und Flugausfälle.

Latam Airlines

Das Update betrifft eine begrenzte Anzahl von Latam-Flugzeugen der Tochtergesellschaften in Kolumbien, Chile und Peru. Maschinen, die für die Tochtergesellschaften in Brasilien und Ecuador eingesetzt werden, sind nicht betroffen.

Turkish Airlines

Das Unternehmen erklärte, dass acht A320-Flugzeuge nach Abschluss der erforderlichen Maßnahmen wieder in Betrieb genommen werden. ,,Alle unsere Operationen laufen weiterhin sicher und ohne Unterbrechung", so Turkish Airlines.

Viva

Die mexikanische Fluggesellschaft teilte mit, dass ihre Flotte vom Airbus-Software-Update betroffen ist. Ein Zeitpunkt, wann die Flugzeuge wieder einsatzbereit sind, wurde noch nicht genannt.

Delta Airlines

Die US-amerikanische Fluggesellschaft erwartet nur geringe Auswirkungen auf den Betrieb infolge der Airbus-Anweisung.

Aer Lingus

Die irische Airline gab an, dass nur eine begrenzte Anzahl von Flugzeugen betroffen sei. Die erforderlichen Software-Installationen werden durchgeführt; größere betriebliche Störungen werden nicht erwartet.

United Airlines

Die Fluggesellschaft, die ebenfalls A320-Jets betreibt, erklärte, von der Airbus-Ankündigung nicht betroffen zu sein.

Azul SA

Die brasilianische Airline Azul teilte mit, dass keiner ihrer A320-Jets vom Airbus-Rückruf betroffen ist.