Die globalen Aktienmärkte verzeichneten am Montag deutliche Zuwächse, getragen von der Hoffnung, dass ein Ende des historischen Regierungsstillstands in den USA in Sicht ist. Gleichzeitig stiegen die Renditen von Staatsanleihen und der Dollar stabilisierte sich.
Der US-Senat leitete am Sonntag Maßnahmen zur Wiedereröffnung der Bundesregierung ein und machte damit den Weg frei für ein Ende des mittlerweile 40-tägigen Shutdowns, der Bundesbeschäftigte lahmlegte, Lebensmittelhilfen verzögerte und den Flugverkehr beeinträchtigte.
In einer Verfahrensabstimmung brachten die Senatoren ein vom Repräsentantenhaus bereits verabschiedetes Gesetz voran, das geändert werden soll, um die Regierung bis zum 30. Januar zu finanzieren und ein Paket mit drei vollständigen Haushaltsgesetzen zu enthalten.
Die Wall Street deutete auf einen höheren Handelsstart hin: Nasdaq-Futures stiegen um 1,5 %, während S&P 500-Futures um 0,9 % zulegten.
Auch die europäischen Börsen profitierten von der positiven Stimmung: Der gesamteuropäische STOXX 600 legte um rund 1,4 % zu, während die Aktien von Diageo nach der Ernennung eines neuen CEO beim weltgrößten Spirituosenhersteller in die Höhe schnellten.
"Ein mögliches Ende des längsten US-Shutdowns ist positiv für die Märkte", sagte Prashant Newnaha, Senior Asia-Pacific Rates Strategist bei TD Securities.
"Wir erwarten, dass als nächster Schritt am Mittwoch im Repräsentantenhaus abgestimmt wird und die Regierung am Freitag wieder öffnet."
Falls der Senat das Gesetz letztlich verabschiedet, muss das Paket noch vom Repräsentantenhaus gebilligt und anschließend dem US-Präsidenten Donald Trump zur Unterschrift vorgelegt werden - ein Prozess, der mehrere Tage dauern könnte.
Der Shutdown hat der US-Wirtschaft zugesetzt: Bundesbeschäftigte von Flughäfen bis zu den Strafverfolgungsbehörden und dem Militär erhielten kein Gehalt, während die Zentralbank aufgrund eingeschränkter Regierungsberichte zur Wirtschaftsentwicklung weitgehend im Dunkeln tappt.
Kevin Hassett, Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, sagte in einem Interview, dass das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal negativ ausfallen könnte, falls der Shutdown andauere.
Daten vom Freitag zeigten, dass das Verbrauchervertrauen in den USA Anfang November auf den niedrigsten Stand seit dreieinhalb Jahren fiel, da Haushalte sich über die wirtschaftlichen Folgen sorgten.
Mark Haefele, Chief Investment Officer bei UBS Global Wealth Management, empfahl eine Allokation in qualitativ hochwertige festverzinsliche Wertpapiere und Gold, da ein gut diversifiziertes Portfolio Risiken effektiv steuern könne.
"Insgesamt bleibt die Kombination aus geldpolitischer Lockerung durch die Fed und robusten Unternehmensgewinnen für Aktien vorteilhaft, während qualitativ hochwertige Anleihen ein attraktives Chancen-Risiko-Verhältnis bieten", so Haefele in einer Notiz.
"Unterinvestierte Anleger sollten ihr Engagement in transformativen Wachstumstrends wie Künstlicher Intelligenz erhöhen."
Gold stieg am Montag um rund 2,5 % auf den höchsten Stand seit zwei Wochen und notierte bei etwa $4.097 je Unze - begünstigt durch schwache US-Wirtschaftsdaten, Erwartungen an Zinssenkungen der Federal Reserve und einen weicheren Dollar.
Die allgemeine Risikostimmung blieb am Montag dennoch freundlich.
In China schloss der CSI300-Bluechip-Index nach anfänglichen Verlusten fast 0,4 % im Plus, während der Hang Seng Index in Hongkong um 1,6 % zulegte.
Daten vom Sonntag zeigten, dass die Deflation der Erzeugerpreise in China im Oktober nachgelassen hat und die Verbraucherpreise wieder ins Plus drehten, während die Regierung Maßnahmen gegen Überkapazitäten und ruinösen Wettbewerb zwischen Unternehmen verstärkt.
Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen stiegen um etwa 4 Basispunkte auf 4,13 %, da sich die Risikobereitschaft weltweit verbesserte.
Am Devisenmarkt machte der Dollar einen Teil seiner Verluste der Vorwoche wett, da Anleger die Aussichten für die US-Wirtschaft angesichts einer restriktiveren Fed bewerteten. [FRX/]
Obwohl jüngste Daten Sorgen um einen schwächer werdenden US-Arbeitsmarkt schürten, bekräftigten zahlreiche Fed-Vertreter vergangene Woche ihren vorsichtigen Kurs bei weiteren Zinssenkungen.
Der Markt preist derzeit eine 63%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung der Fed im Dezember ein.
Gegenüber dem Yen stieg der Dollar um 0,44 % auf 154,11. Gegenüber Euro und Pfund Sterling blieb der Greenback hingegen weitgehend unverändert.
Bei der Bank of Japan sehen die Entscheidungsträger laut einer am Montag veröffentlichten Zusammenfassung der Oktober-Sitzung wachsende Argumente für eine baldige Zinserhöhung. Einige betonten die Notwendigkeit, den Auftrieb bei den Löhnen der Unternehmen zu sichern.
Am Rohstoffmarkt gaben die Ölpreise frühere Gewinne teilweise ab: Die Brent-Öl-Futures stiegen um 29 Cent auf $63,92 pro Barrel, während US-Rohöl um 27 Cent auf $60,02 zulegte. [O/R]


















