Das Wirtschaftswachstum Vietnams wird sich in diesem Jahr voraussichtlich auf 6,8 % verlangsamen, nachdem im Vorjahr noch eine Expansion von 8 % verzeichnet wurde, teilte die Weltbank am Freitag mit.

Die Aussichten des Landes bleiben solide, doch die Risiken sind kurzfristig weiterhin erhöht, so die Bank in einer Erklärung.

o 'Schwächere globale Rahmenbedingungen machen das externe Umfeld Vietnams anspruchsvoller, wobei der Ölschock die Abwärtsrisiken verstärkt', sagte die WB-Direktorin für Vietnam, Mariam J. Sherman.

o Vietnam strebt für dieses Jahr und den Rest des Jahrzehnts ein jährliches BIP-Wachstum von mindestens 10 % an.

o Das Land sieht sich einem Inflationsdruck ausgesetzt, der durch den Iran-Krieg ausgelöst wurde, wodurch die Inflation im April über dem Regierungsziel von 4,5 % lag.

o Die Weltbank prognostiziert für Vietnam im Jahr 2026 eine Inflation von 4,2 %.

o Vietnams Bankensektor ist unter Finanzierungsdruck geraten, da das Kreditwachstum die Einlagenmobilisierung übertrifft, so die Weltbank.

o Ein lang anhaltender Nahostkonflikt könnte Vietnams Exporte dämpfen und den Druck auf den Bankensektor sowie die Währung angesichts der hohen Unternehmensverschuldung und der begrenzten Devisenreserven verschärfen, hieß es weiter.

o Die Weltbank fordert Vietnam auf, sein Wachstumsmodell von der Faktorenakkumulation und bankengestützten Finanzierung hin zu produktivitätsgetriebenem Wachstum, tieferen Kapitalmärkten und qualitativ hochwertigeren ausländischen Direktinvestitionen (FDI) zu verlagern.