Die Weltbank hat am Freitag eine neue Strategie vorgestellt, die darauf abzielt, kleine Inselstaaten und andere Kleinstaatengruppen dabei zu unterstützen, ihre spezifischen Herausforderungen wie geografische Abgeschiedenheit, Schockanfälligkeit und eine schmale wirtschaftliche Basis besser zu bewältigen. Der Fokus liegt dabei konsequent auf der Schaffung von Arbeitsplätzen.

Weltbank-Präsident Ajay Banga erörterte die Initiative im Rahmen eines Treffens hinter verschlossenen Türen mit Ministern und Zentralbankgouverneuren aus 50 kleinen Ländern, das während der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank stattfand.

Er führte aus, dass das Konzept darauf ausgereichtet sei, differenzierte Instrumente einzusetzen, um kleinen Staaten dabei zu helfen, mehr private Investitionen anzuziehen, politische und regulatorische Reformen zur Erleichterung der Geschäftstätigkeit und des Wachstums umzusetzen und letztlich mehr Beschäftigung zu generieren.

Die Schwerpunkte liegen in Bereichen wie Gesundheit, bezahlbare Energie, resiliente Infrastruktur sowie Mikro- und Kleinunternehmen. Hier sehen die Vertreter der Bank die größten Chancen, das Wachstum anzukurbeln, Unternehmen zu stärken und mehr sowie qualitativ hochwertigere Arbeitsplätze zu schaffen.

Die Weltbankgruppe genehmigte im vergangenen Jahr ein Rekordvolumen von 3,3 Milliarden Dollar an neuen Zusagen und Garantien für kleine Staaten. Diese stehen vor einzigartigen wirtschaftlichen Hürden und sind überproportional von Schocks betroffen, wie sich zuletzt während des Konflikts im Nahen Osten zeigte.

"Für kleine Unternehmen können ein einziger Hurrikan, ein plötzlicher Anstieg der Preise für importierte Kraftstoffe oder ein Rückgang des Tourismus die Investitionen und Einnahmen von Monaten innerhalb weniger Tage zunichtemachen", erklärte die Bank in einem Blogbeitrag zur neuen Strategie.

Banga betonte, dass die Bank einen differenzierten Ansatz verfolgen werde, um regionale Projekte in diesen Ländern zu gestalten, wobei Partnerschaften eine wesentliche Komponente darstellen.

"Dies ist kein Einheitsansatz. Kleine Staaten sind vielfältig, und unsere Unterstützung wird dies widerspiegeln", sagte Banga vor den Finanzvertretern. "Wir wissen auch, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen andere sind."

Er merkte an, dass die Arbeit in kleinen Staaten bis zu viermal teurer sei als in größeren Ländern. Daher plane die Bank, die Erbringung ihrer Dienstleistungen zu rationalisieren, flexiblere Finanzierungen einzusetzen und Lösungen zu skalieren, um den Nutzen jedes Dollars zu maximieren.

Einige Projekte sind bereits angelaufen.

In Tonga beispielsweise wird die Bank ein Projekt zur städtischen Resilienz gemeinsam mit der Asiatischen Entwicklungsbank im Rahmen eines Abkommens über gegenseitige Anerkennung (Mutual Reliance Framework) kofinanzieren - ein Novum unter den multilateralen Entwicklungsbanken.

Banga kündigte an, dass weitere derartige Vereinbarungen geplant seien, darunter eine mit der Interamerikanischen Entwicklungsbank, um diesen Ansatz auf die Karibik auszuweiten. Zudem erweitere die Weltbank die den Ländern zur Verfügung stehenden Instrumente.

Auch eine verbesserte Diagnostik sei wichtig, so die Bank. Tiefgreifende Berichte zur Untersuchung der Hemmnisse für privatwirtschaftlich getragene Einstellungen seien für Barbados, Guinea-Bissau, Lesotho, Mauritius, Samoa und die Seychellen in Arbeit.

Die Weltbank könnte zudem ihre Schlagkraft nutzen, um Investitionen voranzutreiben, hieß es im Blog. So half die International Finance Corp (IFC), der Investmentarm der Bank, bei der Finanzierung des ersten großen Solarprojekts in Botswana, während die Weltbank an einem parallelen Projekt zur Batteriespeicherung arbeitete, um die Integration von Solarprojekten in das Stromnetz zu ermöglichen.

"Das Ergebnis ist nicht nur ein Solarkraftwerk, sondern ein replizierbares Modell dafür, wie die Mobilisierung von privatem Kapital Märkte öffnen und Arbeitsplätze schaffen kann", so die Bank abschließend.