Wenn VanEck darauf verweist, dass „der erste europäische ETF auf Quantencomputing innerhalb von nur acht Monaten ein Volumen von 500 Millionen US-Dollar erreicht hat“, ist damit weniger ein Fonds mit Fokus auf europäische Quantencomputing-Unternehmen gemeint als vielmehr ein in Europa zugängliches Produkt mit thematischer Ausrichtung auf Quantencomputing.

Dennoch kommt der VanEck Quantum Computing UCITS ETF (basierend auf dem Index MarketVector Global Quantum Leaders) nicht ganz ohne Unternehmen vom alten Kontinent aus. 17% der Unternehmen sind europäisch, also 5 von 30. Vertreten sind Infineon, Siemens AG und Deutsche Telekom für Deutschland, Nokia für Finnland und Ericsson für Schweden. Das ist recht mager gegenüber dem Kontingent von 18 US-Unternehmen - darunter die klassischen Pure-Player der Branche, wie IonQ, D-Wave Quantum und Rigetti, aber auch Boeing, Intel oder Honeywell.

Die meisten anderen vertretenen Länder sind asiatisch: Samsung Electronics und LG Electronics für Südkorea, Hitachi, Fujitsu, NTT und NEC für Japan. Und Quantum Emotion steht für Kanada.

Der ETF umfasst sowohl Unternehmen, die zu 100 % auf das Thema Quantencomputing fokussiert sind, als auch Konzerne, die als führend in der Forschung und Entwicklung gelten oder diese Technologien bereits industriell einsetzen. Eines der Auswahlkriterien ist die Anzahl der im Bereich Quantencomputing angemeldeten Patente – eine Methodik, die auch von konkurrierenden Produkten verwendet wird. Die ausgewählten europäischen Unternehmen sind vor allem in den Bereichen Netzwerke (Deutsche Telekom, Ericsson, Nokia) und Industrie (Siemens AG, Infineon) aktiv, während die eigentlichen Pure Player, insbesondere im Softwarebereich, überwiegend aus Nordamerika stammen.

Halbleiter, Telekommunikationsanbieter und Industrieunternehmen

Ein weiterer thematischer ETF, der iShares Quantum Computing UCITS ETF (basierend auf dem STOXX Global Quantum Computing Index), ist noch stärker auf die USA konzentriert: Rund 75 % seiner Bestandteile stammen von dort. Zwar ist die Zahl der europäischen Vertreter höher als bei VanEck, ihre Gewichtung fällt jedoch geringer aus. In diesem ETF finden sich Nokia, Infineon, Siemens AG, Thales, Telefónica, Volkswagen, BASF und die Deutsche Telekom. Die Indexmethodik beruht auf einer Bewertung der Quantencomputing-Exponierung, die sich aus Patenten, Geschäftsberichten und den Unternehmenswebseiten ableitet.

Abschließend lohnt ein Blick auf die beiden Schwergewichte der Branche.

Der Defiance Quantum ETF hat sich einen Namen gemacht – sowohl durch seinen frühen Markteintritt im Jahr 2018 als auch durch eine etwas offensivere Anlagestrategie als seine Pendants. Auch er ist stark US-lastig, investiert jedoch in insgesamt 80 Unternehmen. Die höchste Einzelgewichtung (2 %) entfällt auf das kanadische Unternehmen Quantum Emotion. Zum europäischen Anteil zählen ASM International, ASML, Infineon, Airbus, Orange, STMicroelectronics, ABB Ltd, Nokia, KPN, Reply, NXP Semiconductors und Elastic (letztere beiden sind niederländisch, jedoch in den USA börsennotiert).

Schließlich sei noch der WisdomTree Quantum Computing Fund genannt (basierend auf dem proprietären WisdomTree Classiq Quantum Computing Index), der mit einem verwalteten Vermögen von 23 Milliarden US-Dollar der größte ETF dieser Kategorie ist. Neue europäische Unternehmen, die nicht bereits zuvor genannt wurden, bringt dieser Tracker allerdings nicht ins Spiel.

Liste der europäischen Unternehmen, die in den sogenannten Quanten-ETFs vertreten sind:

ABB Ltd
Airbus
ASM International
ASML
BASF
Deutsche Telekom
Elastic
Ericsson
Infineon
KPN
Nokia
NXP Semiconductors
Orange
Siemens AG
STMicroelectronics
Telefonica
Thales
Volkswagen