Der brasilianische Motorenhersteller Weg plant, ab dem kommenden Jahr in Europa gefertigte Ladegeräte für Elektrofahrzeuge (EV) auf dem europäischen Markt zu vertreiben. Gleichzeitig will das Unternehmen seine geplanten Investitionen in Mexiko beschleunigen, um der steigenden Nachfrage nach elektrischen Komponenten dort gerecht zu werden, wie Führungskräfte am Freitag mitteilten.

,,Wir haben bereits mit dem Betrieb von EV-Ladestationen in Europa begonnen und ab dem nächsten Jahr werden wir Produkte anbieten, die in Europa produziert wurden", erklärte Carlos Grillo, Geschäftsführer für Digital und Systeme bei Weg, in einer Präsentation.

CEO Alberto Kuba ergänzte, dass das Unternehmen zudem die Expansion seiner Komponentenfertigung in Mexiko - der zweitgrößten Wirtschaft Lateinamerikas und ein bedeutender Automobilproduzent - beschleunigt, um die starke Nachfrage nach Generatoren der Firma Marathon zu bedienen, die Weg 2023 übernommen hatte.

,,Wir beschleunigen alles, was wir in Mexiko können. Investitionen, die ursprünglich für 2026, 2027 und 2028 geplant waren, werden vorgezogen", sagte Kuba und verwies darauf, dass die jüngsten Unsicherheiten in der US-Handelspolitik diesen Schritt zusätzlich begünstigt hätten.

Die Regierung von Präsident Donald Trump hat erhebliche Sanktionen auf Waren aus Brasilien verhängt.

Die vollständige Integration von Marathon werde voraussichtlich noch zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen, so Kuba weiter.

In Brasilien, wo Weg nach Angaben der Führungskräfte Batterien für 60 % der bislang 1.168 in Betrieb befindlichen Elektrobusse liefert, hat das Unternehmen im Bundesstaat São Paulo ein Reparatur- und Wartungszentrum für Elektrofahrzeuge eröffnet, wie Grillo berichtete.

Dieses Zentrum soll mittelfristig auch Dienstleistungen zur Batteriewartung, Kapazitätserweiterung und zum Recycling anbieten, so Grillo weiter. Ein konkretes Datum nannte er jedoch nicht. Zudem plant Weg, im kommenden Jahr ein neues Ladegerät mit einer Leistung von etwa 1 Megawatt auf den Markt zu bringen. Das derzeit leistungsstärkste Ladegerät des Unternehmens verfügt über 640 Kilowatt.

(Bericht von Alberto Alerigi; geschrieben von Fernando Cardoso; Redaktion: Sarah Morland und Chizu Nomiyama)