Waste Management ist der größte nordamerikanische Anbieter für Abfallentsorgung. Zu den wichtigsten börsennotierten Wettbewerbern zählen Republic Services und Waste Connections. Das Unternehmen betreibt ein weitverzweigtes Netz aus Deponien, Umschlagstationen und Sortieranlagen. Der Jahresumsatz liegt bei über 25 Mrd. USD – fast vollständig in den USA und Kanada erwirtschaftet.
In den letzten zehn Jahren verzeichnete Waste Management ein konstant solides Wachstum – einzige Ausnahme: ein leichter Umsatzrückgang im Jahr 2020. Langfristige Verträge sorgen für regelmäßige Einnahmen und bieten dem Konzern auch in wirtschaftlich angespannten Phasen Planungssicherheit.
Zwischen 2015 und 2024 stieg der Umsatz von 12,9 Mrd. auf 22,1 Mrd. USD. Gleichzeitig legte die operative Marge um über 2,5 Prozentpunkte zu und näherte sich der 20 %-Marke. Diese Expansion erfolgte auf gesunde Weise – mit einer moderaten Verschuldung. Allerdings stieg die Nettoverschuldung durch die Übernahme von Stericycle im November letzten Jahres – die größte Akquisition der Unternehmensgeschichte – auf mehr als das 3,5-Fache des EBITDA.
Bewertung hoch, Erwartungen ebenso
Trotz dieser positiven Fundamentaldaten tritt die Aktie seit rund eineinhalb Jahren auf der Stelle. Die Akquisition von Stericycle erweitert das Geschäft um neue Segmente wie medizinische Abfälle und die sichere Dokumentenvernichtung – eine strategische Diversifikation, die grundsätzlich positiv zu werten ist.
Doch die derzeitige Inflationslage setzt das Unternehmen unter Druck: Die Gesamtkosten steigen, während gleichzeitig die Verkaufspreise für recycelte Materialien sinken. Zudem bleibt der Investitionsaufwand hoch – etwa für die Wartung der Fahrzeugflotten und zur Einhaltung regulatorischer Vorgaben, insbesondere an Recyclingstandorten.
Die Integration von Stericycle birgt zusätzliche Risiken, insbesondere falls die erwarteten Synergien nicht zügig realisiert werden. All dies lastet auf Margen und Wachstum, auch wenn die Quartalszahlen eine zumindest stabile Entwicklung im Kerngeschäft erkennen lassen – die gesammelten und verarbeiteten Mengen stiegen leicht.
Wenig Spielraum für Enttäuschungen
Dass sich der Aktienkurs zuletzt verhalten entwickelte, liegt auch an der ambitionierten Bewertung: Die Aktie notiert mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 30 auf die für dieses Jahr erwarteten Erträge. Das liegt zwar im historischen Durchschnitt und entspricht den Multiples von Republic Services und Waste Connections – doch für eine neue Aufwärtsdynamik braucht es entweder positive Überraschungen oder zumindest klare Signale zur Beruhigung des Marktes.




















