In einer von der FIFA beauftragten und im März 2025 veröffentlichten Studie wurde der Effekt der Fußball-WM 2026 auf das US-Bruttoinlandsprodukt auf 17,2 Mrd. US-Dollar geschätzt. Selbst wenn man diese Annahme zugrunde legt – die angesichts der Herkunft der Studie vom Veranstalter durchaus optimistisch erscheinen mag –, entspräche dies weniger als 0,1 % des US-BIP.
Es ist tatsächlich schwer vorstellbar, dass ein Wettbewerb mit 104 Spielen die Wirtschaft eines Landes maßgeblich verändern könnte, das bereits jedes Jahr 1.230 NBA-Spiele und 1.344 NHL-Partien austrägt.
Dabei hätte das neue Turnierformat durchaus größere wirtschaftliche Impulse erwarten lassen können. Mit der Erweiterung von 32 auf 48 Mannschaften steigt die Zahl der Spiele von 64 auf 104, während sich die Turnierdauer von 29 auf 39 Tage verlängert.
Diese Ausweitung dürfte zwangsläufig mehr internationale Besucher anziehen, die Auslastung der Hotels erhöhen und die Ausgaben für Gastronomie und Freizeit steigen lassen. Gemessen an der Größe der US-Wirtschaft bleiben diese Effekte jedoch marginal, fasst Bastien Drut zusammen.
Das größere Turnierformat setzt zudem höhere Kapazitäten voraus. Für diese Ausgabe werden 16 Stadien genutzt – gegenüber acht in Katar 2022 und zwölf in Russland 2018. Die USA verfügen hier allerdings über einen entscheidenden Vorteil: Kaum ein anderes Land besitzt rund zwanzig Arenen mit mehr als 80.000 Plätzen, sportartenübergreifend betrachtet.
Das Ergebnis: Für die Fußball-WM 2026 waren nur wenige größere Infrastrukturprojekte notwendig, was die wirtschaftlichen Auswirkungen zusätzlich begrenzt.
Letztlich kann die Ausrichtung einer Fußball-WM in kleineren Volkswirtschaften oder in Ländern mit umfangreichen Investitionsprogrammen durchaus einen spürbaren makroökonomischen Effekt erzeugen. Im Fall der USA erscheint ein solches Szenario jedoch wenig wahrscheinlich.
Bleibt noch die Möglichkeit eines psychologischen Effekts. Ein Erfolg der US-Nationalmannschaft, die derzeit Rang 16 der FIFA-Weltrangliste belegt, könnte das Verbrauchervertrauen vorübergehend stärken und einen gewissen „Feel-Good“-Effekt auslösen, der den Konsum leicht unterstützt.
Die Erfahrungen der Vergangenheit mahnen jedoch zur Vorsicht: Die WM-Titel europäischer Mannschaften führten nicht zu einem spürbaren Anstieg der Konsum- oder Vertrauensindikatoren.


























