Warner Bros Discovery hat sich bereit erklärt, sein ikonisches Studio sowie Streaming-Vermögenswerte für 72 Milliarden US-Dollar an Netflix zu verkaufen. Dieser Schritt wird Hollywood grundlegend verändern, indem ein vertikal integrierter Mediengigant entsteht.

Der Deal beendet einen wochenlangen Bieterwettstreit mit Paramount Skydance und Comcast.

Die Medien- und Unterhaltungsbranche erlebt derzeit tiefgreifende Umbrüche, die sich durch verschärften Wettbewerb und einen Wandel hin zum Streaming auszeichnen, während das traditionelle lineare Fernsehen an Bedeutung verliert.

Hier ein Überblick über die Performance der wichtigsten Medienunternehmen in einer herausfordernden Branche:

WARNER BROS DISCOVERY

Der Medienriese, dem der Streamingdienst HBO Max gehört, verfügt über eine umfangreiche Filmsammlung, darunter Franchises wie ,,Wonder Woman", ,,Harry Potter" und ,,Batman". Zu den Studios zählen die Warner Bros Motion Picture Group, DC Studios und Warner Bros Television Group.

Der Gesamtumsatz des Unternehmens sank im Geschäftsjahr 2024 um etwa 5% auf 39,32 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz der Studios ging um 5% auf 11,61 Milliarden US-Dollar zurück.

Warner Bros Pictures Animation begann seine Geschichte 1930 mit den legendären ,,Looney Tunes" und produzierte Klassiker wie ,,Der Gigant aus dem All" (,,The Iron Giant"), die ,,The Lego Movie"-Reihe und ,,Happy Feet".

Die Direct-to-Consumer-Sparte, jetzt ,,Streaming" genannt, umfasst die Plattformen HBO Max und discovery+ und gewann im dritten Quartal netto 2,3 Millionen Abonnenten hinzu. Damit stieg die weltweite Abonnentenzahl um 16% auf 128 Millionen im Jahresvergleich.

NETFLIX

Der Umsatz des Streamingunternehmens stieg im vergangenen Jahr um rund 16% auf 39 Milliarden US-Dollar. 2024 zählte Netflix insgesamt 301,6 Millionen Abonnenten.

Die Haupteinnahmequelle sind Abonnements, inzwischen wurden aber auch werbefinanzierte Modelle eingeführt. Zu den wichtigsten Filmen und Serien zählen ,,Stranger Things" und ,,KPop Demon Hunters".

Im Jahr 2024 wurden 589 neue Netflix Originals veröffentlicht, was einem Anstieg von nahezu 4% gegenüber 2023 entspricht.

YOUTUBE

Als Tochter von Alphabet gab YouTube im März bekannt, über 125 Millionen zahlende Abonnenten zu haben - dabei sind auch Nutzer mit zeitlich begrenzten Gratis-Abos eingerechnet.

Werbung macht den Großteil der YouTube-Einnahmen aus und steuerte 36 Milliarden US-Dollar zum Gesamtumsatz von Alphabets 350 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 bei. Im dritten Quartal 2025 erzielte die Videoplattform einen Werbeumsatz von 10,26 Milliarden US-Dollar.

YouTube TV verzeichnet als Pay-TV-Plattform ein rasantes Wachstum und ist mit rund 10 Millionen Abonnenten der viertgrößte Pay-TV-Anbieter in den USA.

WALT DISNEY

Walt Disney und sein Bruder Roy Disney gründeten das ,,Disney Brothers Cartoon Studio", nachdem sie im Oktober 1923 einen Vertrag mit der Verleiherin M.J. Winkler für die ,,Alice Comedies" unterzeichnet hatten. 1926 erfolgte die Umbenennung in Walt Disney Studios.

Zum Portfolio gehören auch Pixar Animation Studios, Lucasfilm, Marvel Studios, Searchlight Pictures und 20th Century Studios.

Der Gesamtumsatz des Unternehmens stieg im vergangenen Jahr um 3% auf 91,36 Milliarden US-Dollar.

Disney beendete das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2025 mit 196 Millionen Disney+ und Hulu-Abonnements, ein Plus von 12,4 Millionen gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Disney ist Heimat populärer Filmreihen wie ,,Avengers", ,,Guardians of the Galaxy", ,,Pirates of the Caribbean" und ,,Star Wars".

Auch der TV-Sender ABC gehört zum Unternehmen.

Bis zum 28. September 2024 hatte Disney rund 1.100 abendfüllende Realfilme und 100 abendfüllende Animationsfilme veröffentlicht.

2019 schloss Disney die 71-Milliarden-Dollar-Übernahme der Film- und Fernsehsparte von Twenty-First Century Fox Inc ab und erweiterte sein Portfolio um einige der weltweit beliebtesten Charaktere - darunter Mickey Mouse, Luke Skywalker und Marvel-Helden - sowie die Fox-Franchises X-Men, ,,Avatar" und ,,Die Simpsons".

PARAMOUNT GLOBAL

Vor der Fusion mit Skydance Media sank der Gesamtumsatz von Paramount im vergangenen Jahr um 1% auf 29,21 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz des TV-Media-Segments, das den größten Teil des Geschäfts ausmacht, fiel um 7% auf 18,78 Milliarden US-Dollar - vor allem wegen rückläufiger Werbeeinnahmen im linearen Fernsehen und weniger großer Sportereignisse bei CBS.

Im Gegensatz dazu legte der Direct-to-Consumer-Bereich, zu dem Paramount+ und Pluto TV gehören, um 13% auf 7,63 Milliarden US-Dollar zu, angetrieben von Abonnentenzuwächsen und Preiserhöhungen.

Das 1912 gegründete Studio besitzt eine Bibliothek mit mehr als 1.200 Filmtiteln, darunter ,,Star Trek", ,,Der Pate" (,,The Godfather") und ,,Mission: Impossible", und hält die Rechte an weiteren 2.800 Titeln.

Paramount ist Muttergesellschaft von CBS und hat einer Zahlung von 16 Millionen US-Dollar zugestimmt, um eine Klage des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump gegen den Sender wegen eines ,,60 Minutes"-Interviews beizulegen.

Im dritten Quartal 2025 konnte Paramount+ 1,4 Millionen neue Abonnenten gewinnen und kam damit weltweit auf insgesamt 79,1 Millionen. 

Das Unternehmen konnte zudem seine Streaming-Verluste verringern und kommt dem Ziel einer inländischen Profitabilität im Jahr 2025 näher.

Paramount Pictures, das als Kronjuwel von Paramount Global gilt, hat im Laufe der Jahre zahlreiche Interessenten angezogen.   

COMCAST

Der Gesamtumsatz von Comcast, dem NBCUniversal gehört, stieg im Geschäftsjahr 2024 um 1,8% auf 123,73 Milliarden US-Dollar.

Der Streamingdienst Peacock erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,9 Milliarden US-Dollar und hatte im dritten Quartal 2025 insgesamt 41 Millionen zahlende Abonnenten.

Universal Pictures, 1912 gegründet, schuf Klassiker wie ,,Jurassic Park", ,,Fast and Furious", ,,Minions", ,,Der weiße Hai" (,,Jaws") und ,,E.T. - Der Außerirdische".

Die Filmbibliothek umfasst laut Geschäftsbericht mehr als 6.500 Titel.

Comcast plant, seine NBCUniversal-Kabelsender, darunter USA Network und CNBC, Anfang kommenden Jahres in ein neues Unternehmen namens Versant auszugliedern.

AMAZON

Amazon.com, vor allem für sein E-Commerce-Geschäft bekannt, hat durch Prime Video eine bedeutende Position im Streaming-Bereich aufgebaut. Der Dienst ist Teil der Prime-Mitgliedschaft und produziert eine breite Palette an Eigenproduktionen - von Erfolgsserien wie ,,The Boys" und ,,Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht" bis hin zu aufwendig produzierten Filmen. Zudem werden Filme und Serien sowohl an Mitglieder als auch an Nichtmitglieder vermietet und verkauft. 

2022 verstärkte Amazon sein Engagement im Entertainment-Bereich durch die Übernahme von MGM für 8,5 Milliarden US-Dollar und erweiterte damit die eigene Bibliothek um Tausende Filme und TV-Episoden, darunter das ,,James Bond"-Franchise.