Der weltweit größte Einzelhändler verlor in diesem Zuge allerdings seine Spitzenposition, die nun von Amazon gehalten wird, dessen Umsatz 717 Milliarden Dollar erreicht hat.

Diese Entwicklung dürfte die Feierlaune jedoch kaum trüben, denn die Börsenrallye war schlichtweg phänomenal: Die Marktkapitalisierung von Walmart hat sich innerhalb von zwei Jahren verdoppelt und vor wenigen Tagen die symbolträchtige Schwelle von 1 Billion Dollar überschritten.

Der vor 60 Jahren gegründete Konzern ist damit in einen äußerst exklusiven Kreis aufgestiegen, der weiterhin vom Spitzentrio Nvidia, Alphabet und Apple dominiert wird. Walmart wird zum zwölften Mitglied – direkt hinter Berkshire Hathaway.

Für Doug McMillon, den Vorstandsvorsitzenden von Walmart, der nach zwölf Jahren an der Spitze des Unternehmens ausscheidet, ist dies die Krönung seiner Amtszeit. Sein zentrales Ziel war es, Walmart so aufzustellen, dass der Konzern der allumfassenden Marktmacht Amazons Paroli bieten kann.

Über seine 11.000 Filialen hinaus erzielt der Einzelhändler deutliche Fortschritte in margenstärkeren Segmenten, insbesondere im E-Commerce – der Online-Vertrieb macht inzwischen ein Fünftel des Umsatzes aus – und ist seit einigen Quartalen profitabel, unterstützt durch Abonnementangebote und Online-Werbung.

Diese strategische Neuausrichtung über das traditionelle Kerngeschäft hinaus wurde zudem durch den Börsenplatzwechsel untermauert: Im vergangenen Dezember wechselte die Notierung von der NYSE an die NASDAQ.

In den vergangenen zehn Jahren sind sowohl Umsatz als auch Vorsteuergewinn um jeweils rund 50% gestiegen. Die Marktkapitalisierung hingegen hat sich verfünffacht, was naturgemäß Befürchtungen über eine spekulative Übertreibung nährt.

Der eigentliche Wendepunkt war der Übergang des E-Commerce-Segments in die Gewinnzone nach einer langen Phase der Unsicherheit. Investoren setzen darauf, dass sich dieser Trend beschleunigt, und bewerten den Konzern inzwischen mit Gewinnmultiplikatoren, die typischerweise doppelt oder sogar dreimal so hoch sind wie die historischen Durchschnittswerte.

Dennoch bleiben mehrere Fragezeichen. Neben umfangreichen Aktienrückkäufen auf Bewertungsniveaus, die manche als sehr ambitioniert ansehen, erreicht die Kapitalintensität von Walmart neue Höchststände: Vor zehn Jahren verschlangen Investitionen in Sachanlagen ein Drittel des operativen Cashflows, heute sind es nahezu zwei Drittel.