Der S&P 500 und der Nasdaq gaben am Dienstag nach, da ein breiter Ausverkauf bei Software- und Cloud-Aktien die positiven Ergebnisse von Palantir in den Hintergrund drängte und die Anleger vor den anstehenden Quartalszahlen von Alphabet und Amazon im weiteren Wochenverlauf in Alarmbereitschaft versetzte.

Microsoft verlor 2,3%, während Intuit und Atlassian jeweils um mehr als 8% nachgaben. Adobe und Datadog sanken jeweils um 6% und Oracle büßte 2% ein.

CrowdStrike sackte um 3,8% ab, Snowflake verlor 8,2%, Salesforce gab 5,6% nach und Accenture fiel um 8,6%.

Palantir hingegen trotze dem Trend und legte um 4,4% zu, gestützt durch starke Ergebnisse, die den Investoren-Optimismus für die KI-Nachfrage bestärkten.

Der S&P 500 Software- und Dienstleistungsindex fiel um 3,3% und steuert damit auf seinen fünften Verlusttag in Folge zu.

Der Rückzug bei den hoch bewerteten Softwarewerten folgte erneuter Unsicherheit darüber, wie schnell neuere, leistungsfähigere KI-Modelle etablierte Unternehmen beeinträchtigen könnten – und belebte damit die Frage, ob die heutigen vermeintlichen KI-Gewinner ihre Preismacht und ihr langfristiges Wachstum wirklich schützen können.

„Wir haben einen teuren Markt und die Erwartungen sind sehr hoch. Viele Bereiche, insbesondere rund um KI, sind auf Perfektion gepreist. Das sorgt einfach für eine nervöse Stimmung,“ sagte John Campbell, Senior Portfolio Manager bei Allspring Global Investments.

Zuletzt haben Befürchtungen, dass die KI-getriebene Rallye überlaufen ist, eine Umschichtung in Small Caps und andere übersehene Marktsegmente ausgelöst.

Der Russell 2000, der den S&P 500 im Januar übertraf, stieg am Tag um 0,9%, während der Mid-Cap-Index S&P 400 um 0,9% und der Small-Cap-Index S&P 600 um 0,6% zulegten.

Ben Falcone, Managing Director bei Kayne Anderson Rudnick, sagte, dass die Small-Cap-Perspektive eine überzeugende Gegen-Erzählung biete – weniger ein Wettlauf um Investitionen, sondern mehr die Frage, wer KI still und leise in nachhaltiges Gewinnwachstum umsetzt.

Anleger verarbeiteten zudem noch einen starken Ausverkauf bei Gold und Silber nach der Nominierung des früheren Federal-Reserve-Gouverneurs Kevin Warsh – eine Entwicklung, die von Händlern als restriktiv eingeschätzt wurde.

Abseits der Technologie wurde Walmart als erster Einzelhändler überhaupt mit einer Marktbewertung von 1 Billion US-Dollar bewertet, nachdem die Aktie um 2,2% gestiegen war.

Unter den großen Tech-Werten legte Alphabet um 0,1% zu, während Amazon um 2,4% nachgab.

Beide Unternehmen – Mitglieder der „Magnificent Seven“ – werden später in dieser Woche berichten. Ihre Ergebnisse gelten als weiterer Gradmesser im Rennen um die Kommerzialisierung von KI und dafür, ob die Unternehmen klarere, greifbare Erträge aus den steigenden Investitionen vorweisen können, die ihre hohen Bewertungen rechtfertigen.

Advanced Micro Devices und der Serverhersteller Super Micro Computer, die beide nach Börsenschluss berichten werden, verloren jeweils mehr als 0,5%.

Unterdessen ernannte Walt Disney den Freizeitpark-Chef Josh D'Amaro zum CEO und setzte damit einen langjährigen Insider an die Spitze des Unternehmens, was die Nachfolgefrage beendete. Die Aktie fiel um 1,8%.

PayPal prognostizierte für 2026 einen Gewinn unter den Erwartungen, was die Aktie um 18,4% einbrechen ließ.

Um 11:12 Uhr ET stieg der Dow Jones Industrial Average um 41,07 Punkte bzw. 0,08% auf 49.448,73, der S&P 500 verlor 31,21 Punkte bzw. 0,45% auf 6.945,23 und der Nasdaq Composite gab 240,62 Punkte bzw. 1,02% auf 23.351,49 nach.

ZAHLENFLUT

Da in dieser Woche ein Viertel der S&P 500-Unternehmen Quartalszahlen vorlegt, erwarten Analysten laut LSEG-Daten für das Dezember-Quartal ein Gewinnwachstum von nahezu 11%, verglichen mit einer Schätzung von etwa 9% zu Jahresbeginn.

Pfizer-Aktien fielen um 3,6%, obwohl der Gewinn im vierten Quartal über den Erwartungen lag, während Merck nach den Quartalszahlen um 1,4% zulegte.

PepsiCo-Aktien stiegen um 3%, nachdem das Unternehmen eine Preissenkung für Kernmarken wie Lay's und Doritos angekündigt hatte.

Die Märkte blickten auch auf einen Gesetzentwurf, der im Laufe des Tages vom Repräsentantenhaus verabschiedet werden soll, um den jüngsten Shutdown zu beenden, der erneut die Veröffentlichung von Wirtschaftsdaten verzögert und den mit Spannung erwarteten Arbeitsmarktbericht für Januar, der für Freitag geplant war, verschoben hat.

Auch der JOLTS-Bericht vom Dienstag wurde verschoben.