+0,13 %. So lautet die bescheidene Monatsbilanz des S&P 500 im November. Doch das genügt, um die Serie am Leben zu erhalten: Der US-Leitindex verzeichnet damit bereits den siebten Gewinnmonat in Folge – ein Marathonlauf mit zunehmend schwerem Atem.
Dabei war der Monat alles andere als ein Spaziergang: Zur Monatsmitte geriet die Rallye ins Stolpern, mit einem Rückgang von rund 5 %, der das Ende der Aufwärtsserie schon heraufzubeschwören schien.
Drittes Jahr des Bullenmarkts
Blicken wir kurz zurück: Die ersten Wochen des Jahres verliefen erfreulich – getragen vom Schwung des Jahresausklangs 2024 und der Wiederwahl von Donald Trump.
Dann jedoch verdüsterte sich der Horizont. Die Zollpolitik rückte ins Rampenlicht und drückte ordentlich auf die Stimmung – bis sie am 2. April jäh kollabierte, als gegenseitige Strafzölle angekündigt wurden. Innerhalb weniger Handelstage stürzte der S&P 500 in einen ausgewachsenen Bärenmarkt – 20 % Minus vom Hoch zum Tief.
Doch je weiter sich Donald Trump aus der Eskalationsspirale zurückzog, je weniger die Unternehmen und Konsumenten unter der Zollrechnung litten – und vor allem: je dominanter das Thema Künstliche Intelligenz wurde – desto schneller legte der Aktienmarkt die Zoll-Episode ad acta.
Und nun, keine vier Wochen vor Jahresende, fällt die Zwischenbilanz eindrucksvoll aus: +16 % für den S&P 500, +22 % für den Nasdaq seit dem 1. Januar. Und das nach zwei bereits kräftigen Börsenjahren 2023 und 2024. Die Wall Street kennt offenbar keine Erschöpfung – oder doch?
Alles eingepreist?
Es scheint so, als habe der Markt zuletzt an Schwung verloren. Um es salopp zu sagen: Die jüngsten Treiber – KI-Euphorie und Zinshoffnungen – wirken mittlerweile recht ausgereizt.
Niemand zweifelt an der Bedeutung von Künstlicher Intelligenz. Aber was die Börse angeht, scheint der Lack der Story bereits ab: Die Bewertungen haben sich in luftige Höhen geschraubt – viel Luft, wenig Substanz?
Und auch bei der Fed bröckelt die Fantasie: Die von vielen schon fest eingeplanten Zinssenkungen erscheinen plötzlich weniger sicher als noch vor einigen Wochen.
Kurzum: Die Aktienmärkte wirken zum Monatsbeginn ein wenig ausgelaugt. Wer den Blick etwas weiter zoomt, erkennt es sofort: Der S&P 500 pendelt seit etwa drei Monaten in einer Spanne von plus/minus 5 % – ein Seitwärtsmarkt mit Anflug von Orientierungslosigkeit.
Hoffnung auf das Dezemberwunder
Und trotzdem bleibt der Optimismus ungebrochen. Laut einer Reuters-Umfrage erwarten Analysten den S&P 500 Ende 2026 bei 7.490 Punkten – das wären nochmals +11,7 % gegenüber dem aktuellen Niveau. Vielleicht also nur eine Verschnaufpause vor dem nächsten Sprint?
Ein weiterer Lichtblick: die Saisonstatistik. Laut Daten von Yardeni Research ist der Dezember historisch gesehen der zweitbeste Börsenmonat überhaupt. Seit 1928 liegt die durchschnittliche Monatsperformance bei +1,27 %.
Sollte der Dezember also im Plus enden, würde sich der S&P 500 den beiden großen Aufwärtsserien der vergangenen 30 Jahre annähern: Zehn Monate mit durchgehenden Gewinnen gab es nur zwei Mal – von Dezember 1994 bis September 1995 sowie von April 2017 bis Januar 2018.
Wer weiß – vielleicht schafft es die Wall Street auch diesmal. Doch bis dahin heißt es: Durchatmen und Kräfte sammeln... und hoffen, dass der nächste Funke etwas Gutes bringt.



















