Die Europäische Kommission hat einem Antrag der Cupra-Marke von Volkswagen stattgegeben, ihr in China produziertes SUV-Coupé Tavascan von Einfuhrzöllen zu befreien. Die Ausnahme gilt im Gegenzug für ein Mindestpreis- und Quotensystem, nachdem monatelang intensive Gespräche geführt worden waren.

Der vollelektrische Tavascan unterlag seit der Einführung neuer EU-Zölle auf in China gefertigte Elektrofahrzeuge (EVs) im Jahr 2024 einem zusätzlichen Zollsatz von 20,7 Prozent auf den bestehenden 10-Prozent-Satz.

Nach den Regeln der Europäischen Union können Autohersteller für einzelne aus China importierte Elektromodelle Zollausschlüsse aushandeln.

"Die Vereinbarung beinhaltet eine jährliche Importquote und einen Mindestimportpreis", teilte ein Sprecher der SEAT/Cupra-Sparte am Dienstag in einer per E-Mail an Reuters gesendeten Stellungnahme mit, ohne weitere Details zu nennen. Es handelt sich um die erste derartige Vereinbarung, die von der EU akzeptiert wurde.

Die Entscheidung der Kommission ist auf Montag datiert und erschien am Dienstag im Amtsblatt der EU.

Darin hieß es, Volkswagen habe sich im Bemühen um die Zollausschlussverpflichtung zu Investitionen in den Bereich der Elektromobilität in der EU verpflichtet, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.

Auch zu den vereinbarten Quoten und dem Mindestpreis für das Modell wurden keine Angaben gemacht, da diese Informationen vertraulich seien, obwohl die China Chamber of Commerce for Import and Export of Machinery and Electronic Products (CCCME) um Details gebeten hatte.

Die CCCME hatte die Kommission dafür kritisiert, bilaterale Gespräche mit einzelnen Unternehmen zu führen, wie aus einem von Reuters eingesehenen EU-Dokument hervorgeht.

Die SEAT/Cupra-Sparte von Volkswagen meldete für die ersten neun Monate des Jahres 2025 einen Rückgang des operativen Gewinns um 96 Prozent auf 16 Millionen Euro (18,9 Millionen US-Dollar), was auf die Zölle für das Tavascan-Modell zurückzuführen ist.

Die Auslieferungen des Cupra Tavascan, der Ende 2024 auf den Markt kam, beliefen sich im vergangenen Jahr auf 36.000 Einheiten und machten damit rund 11 Prozent der gesamten Cupra-Auslieferungen aus.