Düsseldorf, 07. Mai (Reuters) - Der hoch verschuldete größte deutsche Immobilienkonzern Vonovia verzeichnet in Folge des Iran-Kriegs höhere Kosten für seine Finanzierung. "Aktuell liegen unsere mittel- und langfristigen Finanzierungskosten noch im Plan", sagte Finanzchef Philip Grosse am Donnerstag. Der Abbau von Schulden bleibe nun im Fokus, betonte der neue Vonovia-Chef Luka Mucic. "Nach einem vielversprechenden Start ins Jahr hat der Krieg im Nahen Osten vorerst zu einer stärkeren Volatilität und leicht höheren Finanzierungskosten geführt", sagte Grosse.
Der ehemalige SAP- und Vodafone-Vorstand Mucic hatte im Januar den Chefposten bei Vonovia übernommen. Er hat in Erwartung steigender Zinsen angekündigt, die milliardenschwere Schuldenlast Vonovias deutlich abbauen zu wollen. Denn die Zentralbanken könnten angesichts steigenden Inflationsdrucks durch den Iran-Krieg an der Zinsschraube drehen. Er will den Verschuldungsgrad (LTV) von zuletzt 45,4 Prozent bis Ende 2028 auf rund 40 Prozent senken. Im Tagesgeschäft rund um Wohnraum strebt er indes Wachstum an.
Der Manager hat bereits Teile des Immobilienportfolios für mögliche Verkäufe identifiziert. Vonovia könnte sich von Beteiligungen und Wohnungspaketen in einem Volumen von rund fünf Milliarden trennen, hatte er angedeutet. Die Bochumer drücken nach der rasanten Expansion in der Vergangenheit - unter anderem hatten sie den Konkurrenten Deutsche Wohnen geschluckt - Schulden in einer Höhe von rund 40 Milliarden Euro.
Im Tagesgeschäft verdiente Vonovia im ersten Quartal etwas mehr. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) stieg im ersten Quartal um 1,4 Prozent auf rund 711,6 Millionen Euro. Die Mieten legten organisch um vier Prozent zu. Für das laufende Jahr 2026 erwartet Vonovia weiter eine Steigerung des bereinigten operativen Gewinns (Ebitda) auf 2,95 bis 3,05 Milliarden Euro - nach 2,8 Milliarden Euro im Vorjahr.
(Bericht von Matthias Inverardi, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bittean unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)



















