Das US-Militär hat seine Schifffahrtsblockade gegen den Iran auf Ladungen ausgeweitet, die als Schmuggelware eingestuft werden, erklärte jedoch zeitgleich, dass andere Ölexporte aus dem Golf weiterhin frei passieren dürfen.
Der unter maltesischer Flagge fahrende Supertanker 'Agio Fanourios I', der 2 Millionen Barrel Rohöl geladen hat, verließ die Straße von Hormus am 10. Mai. Laut Schiffsverfolgungsdaten der Plattform MarineTraffic befand sich das Schiff im Golf von Oman, bevor es am 11. Mai eine Kehrtwende vollzog.
'US-Streitkräfte haben das Schiff im Rahmen der laufenden Durchsetzung der Blockade gegen den Iran umgeleitet', teilte das Zentralkommando des US-Militärs (CENTCOM) in einer Stellungnahme auf eine Reuters-Anfrage mit.
Aus der Erklärung ging nicht hervor, ob die US-Marine dem Schiff letztlich die Weiterreise nach Vietnam wie gefordert gestatten wird.
Das Schiff hatte die Straße von Hormus am Sonntag unter Nutzung der vom Iran für Tanker ausgewiesenen Route passiert, wie die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete.
Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran hat zur Schließung der Straße von Hormus geführt. Hunderte Schiffe sitzen fest, was die globalen Energiemärkte massiv stört, da durch diese kritische Wasserstraße rund 20% des weltweiten Energiebedarfs transportiert werden.
'Diese Ladung ist für die Nghi Son Raffinerie (NSRP), für die Sozialistische Republik Vietnam und für das vietnamesische Volk von außerordentlicher Bedeutung', schrieb Hoang Dinh Tung, Vizepräsident der Petrovietnam Oil Corporation (PVOIL), in einem Brief vom 12. Mai, der Reuters vorliegt und an US-Militär- sowie Diplomatenmissionen gerichtet war.
'Die Rohölbestände der NSRP sind auf einem kritisch niedrigen Stand. Jede weitere Verzögerung birgt das Risiko eines Produktionsstopps in der Raffinerie, was kaskadenartige Folgen für Millionen vietnamesischer Verbraucher, Unternehmen, öffentliche Dienste und Industrien hätte.'
PVOIL bestätigte 'unmissverständlich', dass das Schiff irakisches Basra-Rohöl geladen habe, das von der staatlichen irakischen Ölgesellschaft SOMO verkauft wurde. Die Beladung des Tankers erfolgte demnach zwischen dem 17. und 20. April.

















