Ein Ausblick auf den Tag an den europäischen und globalen Märkten von Rae Wee
Obwohl der Fokus der Anleger in dieser Woche überwiegend auf der Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve lag, richtete sich am Mittwoch für einen kurzen Moment die Aufmerksamkeit der Devisenmärkte auf den Yen.
Der Yen zeigte sich in Asien angeschlagen, nachdem er über Nacht abrupt eingebrochen war: Er fiel auf ein Rekordtief gegenüber dem Euro und rutschte gegenüber dem Australischen Dollar um fast 0,9 % ab. Auch der US-Dollar stand kurz davor, die Marke von 157 Yen zu überschreiten.
Es gab kaum Auslöser für diese Bewegung, was darauf hindeutet, dass es sich wahrscheinlich um Positionsanpassungen im Vorfeld der geldpolitischen Sitzung der Bank of Japan (BOJ) in der kommenden Woche handelte.
Eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte ist von den Märkten nahezu vollständig eingepreist, doch wie es danach weitergeht, bleibt unklar. Angesichts anhaltender Haushalts- und Wachstumsbedenken in Japan gibt es wenig Argumente für eine weitere Straffung der Geldpolitik über den Dezember hinaus.
Sollte auf die erwartete Zinserhöhung in der nächsten Woche erneut eine monatelange Pause folgen, dürfte sich der Kurs des Yen kaum wesentlich verändern - was weitere Abwärtsrisiken für die Währung bedeutet.
Selbst bei einem Zinssatz von 0,75 % blieben die Zinsen in Japan weiterhin mit die niedrigsten weltweit. Hinzu kommt, dass Entscheidungsträger in Australien und Europa signalisiert haben, dass ihr nächster Schritt ebenfalls eine Zinserhöhung sein könnte.
Andernorts reagierten die Märkte kaum auf Daten, die zeigten, dass die jährliche Verbraucherpreisinflation in China im November auf ein 21-Monats-Hoch gestiegen ist, während die Deflation der Erzeugerpreise weiter zunahm.
Das Politbüro, das oberste Entscheidungsgremium der regierenden Kommunistischen Partei, erklärte zu Wochenbeginn, dass China die Binnennachfrage weiter ausbauen und die Gesamtwirtschaft im Jahr 2026 mit proaktiveren Maßnahmen unterstützen werde.
In Indonesien schwächte sich die Rupiah leicht ab, nachdem laut einem US-Beamten das Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten zu scheitern droht, da Jakarta mehrere im Rahmen des Abkommens gemachte Zusagen zurückgenommen habe.
Ein indonesischer Regierungsvertreter erklärte später, dass die Zollverhandlungen mit den Vereinigten Staaten wie von den Führungsspitzen beider Seiten vereinbart auf Kurs seien.
Abgesehen davon lag der Fokus klar auf der US-Notenbank, deren Entscheidung am Mittwoch eine der kontroversesten der letzten Jahre werden könnte.
Die Wochen vor dem Treffen waren für Investoren angespannt: Es gab kaum neue Wirtschaftsdaten während eines rekordverdächtigen 43-tägigen Regierungsstillstands in den USA, widersprüchliche Signale von Fed-Vertretern und den anhaltenden Druck der Administration von Präsident Donald Trump, die Zinsen weiter zu senken.
Kevin Hassett, Wirtschaftsberater des Weißen Hauses und Favorit für den Posten des nächsten Fed-Vorsitzenden, sagte am Dienstag beim WSJ CEO Council, es gebe ,,viel Spielraum" für weitere Zinssenkungen. Allerdings könne sich die Lage bei steigender Inflation ändern, fügte er hinzu.
Vor der Fed wird am Mittwoch auch die Bank of Canada ihre geldpolitische Entscheidung bekanntgeben. Es wird erwartet, dass sie die Zinsen unverändert lässt, da die Inflation nachlässt und die Wirtschaft robust wächst, was den Bedarf für weitere Zinssenkungen verringert.
Wichtige Entwicklungen, die die Märkte am Mittwoch beeinflussen könnten:
- Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve
- Zinsentscheidung der Bank of Canada


















