Der schwedische Rüstungskonzern Saab hat im zweiten Quartal die Prognosen für das operative Ergebnis übertroffen und seine Jahresprognose nach oben korrigiert. Grund dafür sind die weiterhin steigenden Rüstungsausgaben in Europa.

Die Nachricht ließ die Saab-Aktie im frühen Handel um 6 % steigen.

Der Hersteller des Gripen-Kampfjets teilte mit, dass das operative Ergebnis auf 1,98 Milliarden schwedische Kronen (204 Millionen US-Dollar) stieg, verglichen mit 1,33 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Damit übertraf Saab deutlich die durchschnittliche Analystenschätzung von 1,71 Milliarden, wie aus einer Zusammenstellung von LSEG hervorgeht.

Saab, das Militärtechnik von Raketen und fortschrittlicher Elektronik bis hin zu U-Booten produziert, erwartet nun für das laufende Jahr ein organisches Umsatzwachstum von 16 % bis 20 %. Zuvor war das Unternehmen von einem Wachstum zwischen 12 % und 16 % ausgegangen.

Im ersten Halbjahr hatte Saab seinen Umsatz bereits organisch um 22 % gesteigert und bekräftigte, dass der operative Gewinn noch schneller als der Umsatz wachsen soll.

Das Unternehmen baut seine Produktion weiter aus, um der stark gestiegenen Nachfrage infolge der russischen Invasion in der Ukraine gerecht zu werden. Mehr als die Hälfte seines Umsatzes erzielt Saab inzwischen in Europa, wo die Staaten angesichts der veränderten geopolitischen Lage mehr Verantwortung für ihre eigene Verteidigung übernehmen müssen.

Der Rüstungsboom, der zusätzlich durch die von US-Präsident Donald Trump geforderten Verteidigungshaushaltserhöhungen der NATO-Mitgliedsstaaten befeuert wird, hat die Aktienkurse von Rüstungsunternehmen in die Höhe getrieben. Der Wert der Saab-Aktie hat sich allein in diesem Jahr mehr als verdoppelt.

Saab, das mit US-Konzernen wie Lockheed Martin, dem französischen Dassault Aviation und dem britischen BAE Systems konkurriert, hat in den vergangenen Monaten Tausende neue Mitarbeiter eingestellt, auch wenn die von den USA angedrohten Zölle für Unsicherheit sorgen.

CEO Micael Johansson sagte gegenüber Reuters, bislang habe Saab keine messbaren Auswirkungen der Zollstreitigkeiten auf seine Lieferkette festgestellt. Allerdings sei weiterhin unklar, inwieweit eine als prioritär eingestufte Branche wie die Verteidigung betroffen sein könnte.

,,Unsere eigene Kapazitätsentwicklung, die Investitionen in neue Produktionslinien und neue Standorte verlaufen voll nach Plan", so Johansson.

(1 US-Dollar = 9,7292 Schwedische Kronen)