5. Februar -
Das ist heute wichtig an den US- und internationalen Märkten
Von Mike Dolan, Editor-At-Large, Finance and Markets
Die Nervosität im Technologiesektor griff über Nacht weit über den angeschlagenen Softwarebereich hinaus, als auch Chiphersteller und Mega-Caps in den Strudel des jüngsten heftigen Ausverkaufs gerieten.
Der 17%ige Einbruch von Advanced Micro Devices stand im Mittelpunkt, zusammen mit einem 12%igen Rückgang der Palantir-Aktien. Alphabets erstaunlicher Plan, die Investitionsausgaben in diesem Jahr zu verdoppeln – mehr als 50% über den Erwartungen der Analysten – führte zu starken Anfangsverlusten, die zwar schließlich wieder teilweise aufgeholt wurden, den Google-Mutterkonzern aber dennoch vor Börsenöffnung am Donnerstag ins Minus drückten.
Darauf und mehr gehe ich unten ein.
Zunächst aber lesen Sie meine aktuelle Kolumne darüber, warum es für die Federal Reserve bald unmöglich werden könnte, weitere Zinssenkungen zu rechtfertigen.
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VERKÄUFE ERZEUGEN WEITERE VERKÄUFE
Das Gesamtbild der Woche deutet darauf hin, dass Investoren die Entwicklung und den Umbruch durch KI nicht mehr automatisch als positiv für breite Indexanleger sehen. Die Bedrohung durch die Technologie für bestehende Geschäftsmodelle hat allein in einer Woche fast 1 Billion US-Dollar an Wert aus dem Softwaresektor ausgelöscht.
Und wenn die Nervosität hoch ist, führen Verkäufe manchmal zu weiteren Verkäufen. Die hohen Verluste bei AMD und den Chip-Herstellern an der Wall Street rissen gestern über Nacht auch die asiatischen Märkte mit, selbst der sonst so starke Kospi in Südkorea brach fast 4% ein.
Diese wilde Volatilität beschränkte sich nicht auf die Aktienmärkte: Bitcoin sprang erstmals seit der US-Präsidentschaftswahl 2024 nahe an die Marke von 70.000 US-Dollar, liegt aber immer noch mehr als 40% unter den Höchstständen vom Oktober letzten Jahres.
Auch Edelmetalle schwankten weiterhin heftig, Silber fiel zwischenzeitlich um bis zu 17% und lag am Tag noch 10% im Minus.
Die Stimmung an den Aktienmärkten scheint vor der Eröffnung am Donnerstag jedoch etwas ruhiger zu sein, die Nasdaq- und S&P 500-Futures notieren bislang unverändert. Anleger erwarten nach Börsenschluss die Zahlen von Amazon.
Abgesehen von den spezifischen Sorgen im Softwarebereich spricht die Volatilität der Tech-Aktien in dieser Woche für die sich abzeichnende sektorale Rotation in diesem Jahr. Der S&P 500 Value Index stieg am Mittwoch den fünften Tag in Folge, während der S&P 500 Growth Index nachgab.
Der gleichgewichtete S&P 500 Index legte um 0,8% zu.
Ein Teil davon spiegelt eine Rückkehr zu zyklischeren Aktien wider, nachdem sowohl die ISM-Dienstleistungs- als auch die Produktionsumfragen für Januar positive Wirtschaftssignale lieferten. Die verhaltene Einstellung neuer Mitarbeiter bleibt jedoch bestehen: Die privaten Lohnabrechnungen von ADP stiegen im vergangenen Monat weniger als erwartet.
Devisen- und Anleihemärkte blieben unterdessen relativ stabil, wobei der Yen vor der japanischen Wahl am Wochenende erneut leicht nachgab und europäische Händler die ersten geldpolitischen Entscheidungen des Jahres von der Europäischen Zentralbank und der Bank of England genau verfolgten.
Von beiden wird in dieser Woche keine Zinsänderung erwartet, doch die jüngste Euro-Stärke und die unter dem Ziel liegende Inflation im Euroraum werden die Märkte auf mögliche dovishe Signale der EZB aufmerksam machen. Die nervösen britischen Märkte achteten unterdessen mehr auf die Innenpolitik und den erneuten Druck auf Premierminister Keir Starmer.
Chart des Tages
Alphabet teilte am Mittwoch mit, dass die Investitionsausgaben in diesem Jahr sogar verdoppelt werden könnten – ein weiterer aggressiver Ausgabenanstieg des Google-Mutterkonzerns, um Kapazitätsengpässe bei der Rechenleistung zu beseitigen und im KI-Wettlauf voranzukommen.
Die Märkte zeigten sich davon jedoch unbeeindruckt, und die Alphabet-Aktie fiel über Nacht nachbörslich um 2%. Nicht zum ersten Mal sind Investoren offenbar von der schieren Größe der KI-Investitionspläne der sogenannten Hyperscaler verunsichert und fragen sich, ob sich das alles auszahlen wird.
Die heutigen Ereignisse im Überblick
* US-Arbeitsmarktbericht JOLTS für Dezember (16:00 MEZ), wöchentliche Arbeitslosenanträge (14:30 MEZ)
* Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank und der Bank of England
* Raphael Bostic von der Atlanta Fed spricht, Tiff Macklem von der Bank of Canada spricht
* US-Unternehmenszahlen: Amazon, ConocoPhillips, Hershey, KKR, Reddit, Thomson Reuters
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Die geäußerten Meinungen sind die des Autors und spiegeln nicht die Ansichten von Reuters News wider, das sich nach den Trust Principles zu Integrität, Unabhängigkeit und Unvoreingenommenheit verpflichtet.





















