Die Zinswende hat die US-Telekommunikationsriesen schwer getroffen. Während die Renditen am Anleihemarkt stiegen, mussten Unternehmen wie Verizon oder AT&T mit ansehen, wie ihre Bewertungen unter Druck gerieten. In einem Umfeld ohne nennenswertes reales Wachstum war eine Anpassung der Aktienkurse quasi unausweichlich – vor allem, um eine Dividendenrendite von rund zwei Prozentpunkten über der Zehnjahresrendite amerikanischer Staatsanleihen zu gewährleisten.

Ein leichter Rückgang der Leitzinsen zu Jahresbeginn verschaffte den Aktien der Branche wieder etwas Luft. In den USA wächst zudem der politische Druck auf die Federal Reserve, die Geldpolitik weiter zu lockern – nicht zuletzt, um den angeschlagenen Immobilienmarkt zu stützen.

In diesem Umfeld könnte sich ein genauer Blick auf Verizon lohnen – insbesondere für Anhänger von Momentum-Strategien. Das Unternehmen steht mit einer Nettoverschuldung von rund 150 Milliarden US-Dollar und stagnierendem operativem Cashflow unter Zugzwang. Die Aktionäre verlangen ein klares Signal. Und genau das liefert der Konzern nun: durch eine Reduktion seines traditionell hohen Investitionsvolumens, das bislang notwendig war, um den Ausbau der Glasfaser- und 5G-Infrastruktur voranzutreiben.

In diesem Jahr sollen die Investitionen auf das niedrigste Niveau seit 2019 sinken. Die Auswirkung auf den Free Cashflow ist unmittelbar spürbar: Verizon rechnet 2025 mit einem freien Cashflow von rund 20 Milliarden US-Dollar. Das reicht nicht nur locker zur Deckung der Dividendenzahlungen von rund 11,5 Milliarden – sondern könnte auch ein erster Schritt in Richtung Schuldenabbau sein.

Genau das erwarten die Investoren. Seit dem Ende der Corona-Pandemie wird Verizon mit einer Dividendenrendite von 6 bis 7 % gehandelt – deutlich über dem historischen Niveau von 4 bis 5 %. Der Grund: Die Verschuldung ist gestiegen, die Eigenkapitalrendite gesunken. Umso wichtiger erscheint daher eine konsequente Kapitaldisziplin.

Verizon liefert derzeit das passende Narrativ: stabile Erträge, gesicherte Ausschüttungen, und ein Bekenntnis zur Reduktion der Investitionen. Für Investoren auf der Suche nach planbaren Renditen in einem weiterhin fragilen Zinsumfeld dürfte das ausreichen, um das Interesse hochzuhalten.