Das gemeinnützige Government Accountability Project, das die Klage im District of Columbia einreichte, veröffentlichte zudem einen Bericht, wonach aus FOIA-Anfragen hervorgegangene Dokumente belegen, dass USDA-Beamte von einer möglichen Belastung der Nahrungsmittelkette nahe der Unglücksstelle in East Palestine, einem Dorf an der Grenze zwischen Ohio und Pennsylvania, wussten.
Trotz dieser Erkenntnisse habe es die Umweltschutzbehörde EPA versäumt, gezielte Tests auf Dioxine - hochgiftige chemische Verbindungen - in Gartenprodukten, Fleisch, Eiern oder Wildfleisch durchzuführen, so der Vorwurf der Gruppe. Ein Sprecher des USDA lehnte eine Stellungnahme unter Verweis auf das laufende Verfahren ab.
Am 3. Februar 2023 entgleiste ein von Norfolk Southern Railway betriebener Zug auf dem Weg von Illinois nach Pennsylvania, was einen Großbrand auslöste und die Evakuierung hunderter Haushalte erzwang. Einsatzkräfte der Bahngesellschaft ließen daraufhin die toxische Fracht aus fünf Waggons ab und verbrannten diese kontrolliert.
Die EPA erklärte damals, dass Tests des Trinkwassers und der Raumluft in der Nähe der Unfallstelle keine Kontamination ergeben hätten.
Experten äußerten jedoch Bedenken hinsichtlich einer möglichen Belastung der landwirtschaftlichen Flächen der Region durch Dioxine, ein krebserregendes Nebenprodukt der kontrollierten Verbrennung.
Lesley Pacey, leitende Umweltberaterin des Government Accountability Project, sagte am Freitag in einem Interview, dass die vom USDA übermittelten Unterlagen stark geschwärzt worden seien und einige Dokumente gänzlich zurückgehalten wurden. Die Klage zielt auf die Freigabe dieser Akten ab.
Pacey betonte, dass das bereits vorliegende Material zeige, "dass intern anerkannt wurde, dass es sehr realistische und besorgniserregende Kontaminationswege gab".
Dennoch habe die Behörde keine umfassenden Tests veranlasst und die Risiken gegenüber den Anwohnern nicht offen kommuniziert. (Berichterstattung durch Renee Hickman; Redaktion durch Alistair Bell)



















