(Alliance News) - Venezuela hat dem britischen Ölkonzern Shell PLC am Donnerstag eine Lizenz zur Exploration und zum Export von Erdgas erteilt. Damit reiht sich das Unternehmen in die Riege der multinationalen Konzerne ein, die verstärkt in die Erschließung der enormen Öl- und Gasreserven des Landes investieren.

Interimspräsidentin Delcy Rodriguez hatte den Sektor im Januar für ausländische Investitionen geöffnet. Vorausgegangen war eine Gesetzesreform im venezolanischen Parlament, die unter dem Druck Washingtons zustande kam, nachdem der ehemalige Präsident Nicolas Maduro im Rahmen einer US-Militäroperation festgenommen worden war.

Laut Rodriguez wird Shell das Loran-Feld entwickeln, das 23 Jahre lang brach lag. Es umfasst sieben Erdgasvorkommen, von denen sechs an der Seegrenze zu Trinidad und Tobago liegen.

Sie betonte, das Projekt erlaube es Venezuela, „einen sehr wichtigen Schritt in seiner Gasentwicklung und auch als Gasexporteur nach vorne zu machen“.

Es wird davon ausgegangen, dass Venezuela über die weltweit größten Ölreserven verfügt und zudem reich an Erdgasvorkommen ist.

Vertreter von Shell besuchten am Donnerstagmorgen zudem die Anlagen des Muscar-Betriebskomplexes, ein Zentrum für Gasverarbeitung und -verteilung im Bundesstaat Monagas im Nordosten des Landes, wie die staatliche Ölgesellschaft PDVSA mitteilte.

Bereits 2023 unterzeichneten Venezuela und Trinidad und Tobago ein Abkommen mit Shell über die Förderung und den Export von Gas aus einem anderen Feld namens Dragon. Dieses verfügt über 120 Mrd. Kubikmeter Gas und wurde während des 2019 von den USA gegen Venezuela verhängten Ölembargos nur sporadisch betrieben.

Die Regierung Rodriguez hat bereits Verträge mit mehreren der weltweit führenden Ölkonzerne unterzeichnet, darunter die britische BP PLC und die spanische Repsol SA.

Quelle: AFP

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