Die US-Privatwirtschaft hat im Mai einen unerwartet kräftigen Stellenzuwachs verzeichnet, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten ADP-National Employment Report hervorgeht. Die Zahl der Beschäftigten im privaten Sektor stieg im vergangenen Monat um 122.000 Stellen, nachdem für April ein nach unten korrigierter Zuwachs von 105.000 gemeldet worden war. Von Reuters befragte Ökonomen hatten für Mai mit einem Plus von 117.000 Stellen gerechnet, nach einem ursprünglich ausgewiesenen Anstieg von 109.000 im April.

Der ADP-Bericht wird gemeinsam mit dem Stanford Digital Economy Lab erstellt und erscheint im Vorfeld des umfassenderen und vielbeachteten Arbeitsmarktberichts des Bureau of Labor Statistics (BLS) für Mai, der am Freitag erwartet wird. In der Vergangenheit erwies sich der ADP-Bericht häufig als unzuverlässiger Indikator für die Schätzungen der privaten Lohn- und Gehaltslisten des BLS.

Der Arbeitsmarkt hat sich wieder stabilisiert, nachdem er im vergangenen Jahr aufgrund von Unsicherheiten, die primär auf Handelszölle zurückzuführen waren, ins Wanken geraten war. Während der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran die Rohstoffpreise in die Höhe getrieben und die Inflation angefacht hat, verharren die Entlassungszahlen auf einem historisch niedrigen Niveau.

Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft dürfte laut einer Reuters-Umfrage unter Ökonomen im Mai um 85.000 gestiegen sein, nach einem Zuwachs von 115.000 im April. Die Arbeitslosenquote wird unverändert bei 4,3% prognostiziert.

An den Finanzmärkten wird damit gerechnet, dass die Federal Reserve ihren Leitzins bis ins nächste Jahr hinein in der Spanne von 3,50% bis 3,75% belassen wird, während sie die inflationären Auswirkungen des Krieges genau beobachtet. Wie die Regierung letzte Woche mitteilte, stieg die Inflation im April so schnell wie seit drei Jahren nicht mehr. (Berichterstattung: Lucia Mutikani; Redaktion: Chizu Nomiyama)