Die Regierung von Präsident Donald Trump hat weitere 77 Millionen Dollar an zuvor eingefrorenen Bundesmitteln für das 16 Milliarden Dollar teure Hudson-Tunnel-Projekt freigegeben, wie die Gouverneurin von New York, Kathy Hochul, am Dienstag mitteilte. Damit setzt sich der politische Streit um die wichtige Infrastruktur weiter fort.

New York und New Jersey hatten Klage eingereicht, nachdem das US-Verkehrsministerium (USDOT) seit dem 1. Oktober 205 Millionen Dollar für das Projekt zurückgehalten hatte. Das Einfrieren der Mittel führte zu einem Baustopp, wodurch 1.000 Arbeiter ihre Arbeit verloren.

Das USDOT gab am Freitag 30 Millionen Dollar frei, sodass sich die insgesamt freigegebenen Mittel nun auf 107 Millionen Dollar belaufen. Ein Sprecher des USDOT erklärte, die Behörde folge damit einer gerichtlichen Anordnung.

Die Gateway Development Commission, die das Projekt überwacht, erklärte am Dienstag, dass die Bauarbeiten weiterhin pausieren. Man arbeite daran, "die Arbeiter so schnell wie möglich wieder an ihren Arbeitsplatz zu bringen, um einige Bauarbeiten wiederaufzunehmen".

Wie eine Quelle berichtete, hatte der republikanische Präsident Donald Trump im vergangenen Monat angeboten, die eingefrorenen Mittel freizugeben, wenn die Demokraten im Gegenzug zustimmen würden, den Washington Dulles Airport und den New Yorker Penn Station nach ihm zu benennen. Die Demokraten kritisierten diesen Vorschlag scharf.

Das Hudson-Tunnel-Projekt sieht vor, einen neuen Pendlerbahntunnel zwischen Manhattan und New Jersey zu bauen sowie einen über hundert Jahre alten Tunnel zu sanieren, der täglich von mehr als 200.000 Reisenden und 425 Zügen genutzt wird.

Der bestehende Hudson-Tunnel wurde 2012 durch den Hurrikan Sandy schwer beschädigt und benötigt seither häufige Notreparaturen, die den Verkehr auf der am stärksten genutzten Personenbahnstrecke des Landes beeinträchtigen.

Trump erklärte am Montag in sozialen Medien, dass er das Projekt ablehne und sich wegen möglicher milliardenschwerer Kostenüberschreitungen Sorgen mache.

"Das Gateway-Projekt wird finanziell katastrophal für die Region sein, sofern nicht JETZT harte Arbeit und eine angemessene Planung erfolgen, um unüberwindbare künftige Kostenüberschreitungen zu vermeiden", so Trump.

Hochul sagte, sie habe Trump am Montag nach seinem Beitrag angerufen und ihm mitgeteilt, dass das Projekt keine Kostenprobleme habe.

"Es ist dringend notwendig, dass wir diesen Tunnel jetzt bauen und diese politischen Verzögerungen beenden", erklärte Hochul und forderte die Regierung auf, die zukünftige Finanzierung nicht zu beeinträchtigen. "Stellen Sie sich vor, was passiert, wenn dieser Tunnel ausfällt?"

Die US-Bezirksrichterin Jeannette Vargas hatte die Bundesregierung Anfang dieses Monats angewiesen, die Mittel für das Projekt freizugeben.

Das Projekt erhielt unter dem damaligen demokratischen Präsidenten Joe Biden rund 15 Milliarden Dollar an Bundesunterstützung. Bisher wurden fast 2 Milliarden Dollar ausgegeben.