Das US-Energieministerium prüft einen Plan, Versorgungsunternehmen Finanzierungen in Milliardenhöhe anzubieten, um Komponenten für große Kernreaktoren zu sichern, deren Beschaffung Jahre in Anspruch nehmen kann. Dies erklärte die Leiterin des Branchenverbandes Nuclear Energy Institute (NEI) am Dienstag.

Bauteile wie Reaktordruckbehälter und Dampferzeuger erfordern oft jahrelange Vorlaufzeiten. Die Initiative zielt darauf ab, die Bauzeit für große AP1000-Kernkraftwerke zu verkürzen.

'Dies wird mehreren US-Versorgungsunternehmen helfen, die am Einsatz des AP1000 interessiert sind', sagte Maria Korsnick, Präsidentin und CEO des NEI, auf der Konferenz ihrer Organisation in Washington über den Finanzierungsplan.

Ein Sprecher des Energieministeriums (DOE) erklärte, das Ministerium sei 'fest entschlossen, Amerikas nächste Renaissance der Kernenergie einzuleiten, von der Wiederbelebung inländischer Lieferketten bis hin zur Bereitstellung von Gigawatt an neuen Reaktoren'. Zu spezifischen Kreditanträgen einzelner Unternehmen wollte sich das Ministerium nicht äußern.

Das DOE arbeite mit dem Weißen Haus und 'allen wichtigen Interessengruppen zusammen, um Hindernisse zu beseitigen und den amerikanischen Kernenergieausbau zu beschleunigen', so der Sprecher weiter.

Das Office of Energy Dominance Financing (OEDF) des Ministeriums verfügt über Finanzierungshilfen in Höhe von Hunderten Milliarden Dollar, einschließlich Kreditgarantien für Projekte, die Schwierigkeiten haben, Bankkredite zu erhalten. Während der ersten Amtszeit von Präsident Donald Trump wurde diese Abteilung, damals bekannt als Loan Programs Office, ausschließlich für die Finanzierung von Reaktoren im Kernkraftwerk Vogtle in Georgia genutzt.

Trump hat sich zum Ziel gesetzt, die US-Kernenergiekapazität bis 2050 auf 400 Gigawatt zu vervierfachen - ein ehrgeiziges Ziel, wenn man bedenkt, dass sich die letzten in den USA gebauten Reaktoren um etwa sieben Jahre verzögerten und das Budget um Milliarden Dollar überschritten.

US-Energieminister Chris Wright hat erklärt, dass der Schwerpunkt der OEDF-Mittel auf Kernkraftwerken liegen wird.

Grant Isaac, Präsident und COO von Cameco, einem der kanadischen Eigentümer von Westinghouse, das AP1000-Reaktoren entwickelt, sagte letzte Woche in einer Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen, dass sich fünf oder sechs Versorgungsunternehmen in 'sehr fortgeschrittenen Stadien' befinden, um Finanzierungen beim Kreditbüro des DOE zu beantragen. Die Versorger seien 'daran interessiert, die Projektabwicklung voranzutreiben, indem sie beispielsweise die Bestellung von Komponenten mit langen Vorlaufzeiten vorziehen', so Isaac.