Die EU-Stahlexporte in die USA sind um 34% gesunken, seit Washington die Zölle auf 50% angehoben hat. Auch höhere Abgaben auf Derivatprodukte wie Waschmaschinen und Motorräder belasten die europäische Nachfrage, teilte der Stahlwirtschaftsverband Eurofer am Donnerstag mit.

Die Stahlexporte in die USA fielen in den drei Quartalen, seit die Trump-Administration die Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium von 25% vor einem Jahr verdoppelt hat, auf 1,94 Millionen Tonnen.

Produzenten aus der Europäischen Union exportierten im Jahr 2025 3,4 Millionen Tonnen in die Vereinigten Staaten, verglichen mit 4,1 Millionen Tonnen im Jahr 2024 und 4,7 Millionen Tonnen im Jahr 2017, so Eurofer.

Eurofer betonte die Wichtigkeit einer vollständigen Umsetzung des im vergangenen Juli geschlossenen Handelsabkommens zwischen der EU und den USA. Diese Vereinbarung, die auf Präsident Donald Trumps Golfplatz in Turnberry, Schottland, getroffen wurde, sieht vor, dass die EU ihre Zölle auf die meisten US-Warenimporte aufhebt, im Gegenzug für einen pauschalen US-Zollsatz von 15% auf EU-Exporte.

Zudem hieß es, beide Seiten sollten über mögliche zollfreie Quoten für Stahl und Aluminium sowie über eine Zusammenarbeit zur Bewältigung globaler Überkapazitäten beraten.

Axel Eggert, Hauptgeschäftsführer von Eurofer, sagte, die USA müssten ihrer Verpflichtung nachkommen, gemeinsam mit der EU nach einer Lösung zu suchen. Ein weiteres Problem, mit dem sich EU-Produzenten konfrontiert sehen, sind US-Zölle auf 'Derivatprodukte', deren Metallanteil ursprünglich einem Zoll von 50% unterlag. Trump weitete die Produktpalette sogar einen Monat nach dem Turnberry-Deal noch aus.

Trumps Administration hat seither eine Reihe von Zollsätzen gesenkt, wobei eine Proklamation am Montag den Satz für einige Produkte für die EU auf 15% reduzierte. Dennoch liegt der Satz für Kühlschränke, Rasenmäher oder Schienenteile weiterhin bei 25%.

Die EU könnte bestimmte Zugeständnisse aussetzen, sollte dieser Wert bis zum Jahresende nicht auf 15% sinken. (Berichterstattung durch Philip Blenkinsop; Redaktion durch Alexander Smith)