'Die Geschäftsaussichten für die nächsten sechs Monate ließen kaum Veränderungen beim erwarteten Wachstum erkennen, da erhöhte Unsicherheit und Anzeichen einer schwächelnden Konsumstimmung die Stimmung belasteten', so die Fed in ihrem neuesten 'Beige Book'. Dieser Bericht fasst qualitative Wirtschaftsdaten aus dem ganzen Land zusammen, die den Entscheidungsträgern als Grundlage für ihr Verständnis der Wirtschaftslage und ihre geldpolitischen Beschlüsse dienen.
'Die Distrikte stellten fest, dass die mit dem Konflikt im Nahen Osten verbundenen Energiekosten der Haupttreiber des Inflationsdrucks waren, mit Folgewirkungen auf Transport, Verpackung, Lebensmittel und Düngemittel', hieß es weiter. Warsh löste Jerome Powell Ende Mai als Fed-Chef ab, genau zu dem Zeitpunkt, als viele Notenbanker begannen, sich zunehmend besorgt über die Inflation zu zeigen. Diese hat sich in den letzten Monaten wieder beschleunigt, unter anderem aufgrund des von den USA unterstützten Krieges mit dem Iran. Die Inflation liegt seit mehr als fünf Jahren über dem 2%-Ziel der Fed. Die Stimmung innerhalb der Fed hat sich - basierend auf öffentlichen Kommentaren der Ratsmitglieder sowie dem Protokoll der Sitzung vom 28. bis 29. April - gewandelt: Weg von der gemeinsamen Erwartung einer Zinssenkung im späteren Jahresverlauf, hin zu dem wachsenden Gefühl, dass ein längeres Festhalten am aktuellen Zinsniveau oder sogar eine Anhebung der Kreditkosten angebracht sein könnte.
Die Inflation nach dem von der Fed bevorzugten Maßstab sprang im April auf 3,8% nach 3,5% im März, während sich der Arbeitsmarkt, der im vergangenen Jahr angesichts der Zinssenkungen der Fed zu schwächeln schien, stabilisiert hat. Von Reuters befragte Ökonomen erwarten, dass die Arbeitslosenquote bei 4,3% verharren wird, wenn die US-Regierung am Freitag den Arbeitsmarktbericht für Mai veröffentlicht.
Präsident Donald Trump ernannte Warsh in der expliziten Erwartung, dass dieser die Zinsen senken würde, rückte jedoch aufgrund des jüngsten Anstiegs der Benzinpreise von seiner Forderung nach einer sofortigen Umsetzung ab.
Die Berichte im aktuellen Beige Book könnten den Argumenten innerhalb der Fed gegen eine Senkung des Leitzinses, den die Notenbank das ganze Jahr über in der Spanne von 3,50% bis 3,75% gehalten hat, mehr Gewicht verleihen. (Berichterstattung durch Ann Saphir; Redaktion durch Paul Simao)



















