US-Bundesbehörden untersuchen, ob der ehemalige Kongressabgeordnete George Santos möglichen Insiderhandel auf der Prognosemarktplattform Kalshi betrieben hat. Dies berichtet eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

Kalshi meldete Santos dem Justizministerium (DOJ), nachdem verdächtige Handelsaktivitäten über sein Konto auf der Plattform festgestellt worden waren, so die Quelle, die aufgrund der Vertraulichkeit der Angelegenheit anonym bleiben wollte.

Laut einer mit den Ermittlungen vertrauten Quelle handelt es sich um ein laufendes Verfahren.

Santos hatte öffentlich über seine Teilnahme an der Rede zur Lage der Nation gepostet, etwa zu dem Zeitpunkt, als Händler darauf wetteten, ob er auf der Gästeliste erscheinen würde.

Sein Post ließ den Wert des Kontrakts, der auf 'Nein' setzte, steigen, so die Quelle. Nachdem er der Rede ferngeblieben war, platzierte Santos Wetten gegen sein eigenes Erscheinen am Markt, fügte die Quelle hinzu.

Kalshi entdeckte die Transaktionen, stufte sie als potenziell verdächtig ein, fror Santos' Konto ein und informierte Ende Februar die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) sowie das DOJ, hieß es weiter.

Das Justizministerium reagierte nicht sofort auf Anfragen von Reuters. Santos war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Santos, der wegen Betrugs und Identitätsdiebstahls aus dem Kongress ausgeschlossen worden war, wurde im vergangenen Jahr seine mehr als siebenjährige Haftstrafe von US-Präsident Donald Trump erlassen.

Die Prognosemarktplattformen Kalshi und Polymarket verzeichneten in diesem Jahr einen Anstieg verdächtiger Handelsaktivitäten. Dies unterstreicht das wachsende Interesse der Anleger an diesem Sektor, stellt jedoch gleichzeitig eine Herausforderung für die Compliance dar, da Regulierungs- und Strafverfolgungsbehörden die Kontrollen verschärfen.

Im März brachten demokratische Gesetzgeber einen Gesetzentwurf ein, um Wetten auf Prognosemärkten über Militäroperationen und andere sensible Regierungshandlungen zu verbieten. Hintergrund waren Bedenken über zeitlich präzise platzierte Trades im Zusammenhang mit US-israelischen Luftangriffen im Iran und Operationen in Venezuela.

Die New York Times berichtete zuerst über den Fall.