Der Antrag von Sibanye-Stillwater auf US-Zölle für Palladiumimporte aus Russland hat eine vorläufige Unterstützung vom US-Handelsministerium erhalten, wie das Bergbauunternehmen am Freitag mitteilte. Eine endgültige Entscheidung wird jedoch erst Mitte 2026 erwartet.

Sibanye-Stillwater, das Produktionsstandorte in Südafrika und den USA besitzt, hatte Washington im Juli gebeten, einen Zoll auf russische Palladiumimporte zu erheben, um die langfristige Versorgungssicherheit der USA zu stärken.

Handelsdaten zeigen, dass die globalen Ströme bereits seit Einreichung des Antrags umgelenkt werden: Südafrikanische Produzenten gewinnen Marktanteile in den USA, verlieren jedoch gegenüber russischem Palladium in China.

Am Dienstag teilte das US-Handelsministerium mit, dass die vorläufigen Ergebnisse der Untersuchung auf Dumping hindeuten. Es wurde eine "vorläufige gewogene durchschnittliche Dumpingspanne" von 132,83% für Palladium aus Russland festgestellt.

Die endgültige Entscheidung, die im Juni erwartet wird, folgt auch Untersuchungen der US International Trade Commission.

Die vorläufige Feststellung ist für Sibanye-Stillwater ermutigend, da das "Palladium-Dumping Russlands" zu einem erheblichen Wettbewerbsnachteil für US-Produzenten geführt habe, sagte Vorstandschef Richard Stewart in einer Stellungnahme.

Das in Johannesburg ansässige Bergbauunternehmen verzeichnete im ersten Halbjahr 2025 einen Verlust von $211 Millionen.

Russlands Nornickel, der weltweit größte Palladiumproduzent mit einem Anteil von 40% an der globalen Palladiumförderung, lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Veränderungen im Handel zeigen sich deutlich: Die US-Palladiumimporte aus Südafrika stiegen von Januar bis November 2025 um 22% auf 31 Tonnen, während die Lieferungen aus Russland, dem zweitgrößten Lieferanten, um 14% auf 23 Tonnen sanken, so Trade Data Monitor.

Für Russland stiegen die Lieferungen nach China – dem zweitgrößten Exportmarkt für Palladium nach den USA – im gleichen Zeitraum um 42% auf 22 Tonnen, während Chinas Importe aus Südafrika um 11% auf 6 Tonnen sanken.

Die Preise für Palladium, das zur Abgasreinigung in Benzinfahrzeugen verwendet wird, stiegen im Jahr 2025 im Zuge einer breiteren Rallye bei Edelmetallen um 76%.