Die Futures auf die US-Aktienindizes verzeichneten am Dienstag Kursgewinne, da die Marktteilnehmer weiterhin auf eine Deeskalation im Nahostkonflikt hoffen. Gleichzeitig richten sich die Blicke auf die Erzeugerpreisdaten für März sowie eine neue Welle von Unternehmensbilanzen. US-Präsident Donald Trump erklärte, der Iran habe am Montag Kontakt aufgenommen und wolle eine Einigung erzielen. Er betonte jedoch, dass er keinem Abkommen zustimmen werde, das Teheran den Besitz von Nuklearwaffen ermögliche.

Dennoch reichte selbst die geringste Hoffnung auf einen diplomatischen Ausweg aus, um Anleger zu ermutigen, die begierig nach positiven Nachrichten suchten.

Um 04:44 Uhr ET stiegen die Dow e-minis um 74 Punkte oder 0,15 %, die S&P 500 E-minis kletterten um 14,5 Punkte oder 0,21 %, und die Nasdaq 100 E-minis rückten um 107,75 Punkte oder 0,42 % vor.

"Angesichts des Potenzials für weitere Gespräche blieben die Investoren hoffnungsvoll, dass eine Deeskalation erreicht werden könnte, auch wenn gestern die US-Blockade begann...", kommentierten Analysten der Deutschen Bank in einer Notiz. Das US-Militär hat mit einer Blockade des gesamten Schiffsverkehrs von und zu iranischen Häfen und Küstengebieten begonnen, nachdem die Gespräche zwischen Washington und Teheran am Wochenende ohne Einigung zur Beendigung des Krieges geblieben waren.

QUARTALSZAHLEN ALS RICHTUNGSGEBER IM FOKUS

Ein voller Terminkalender bei den Quartalsberichten wird ebenfalls als wichtiger Impulsgeber für die Marktrichtung erwartet.

Finanzschwergewichte wie JPMorgan Chase, Wells Fargo, Citigroup, BlackRock sowie der Gesundheitskonzern Johnson & Johnson gehören zu den Unternehmen, die am Dienstag ihre Ergebnisse vorlegen.

"Trotz eines schwierigeren makroökonomischen Umfelds glauben wir, dass die Berichtssaison von einem konstruktiven fundamentalen Ausgangspunkt aus beginnt", sagte Anthony Saglimbene, Chefmarktstratege bei Ameriprise Financial.

"Die Gewinnberichte der nächsten Wochen werden voraussichtlich bestätigen müssen, dass die Ertragsdynamik breit genug und die Prognosen solide genug sind, um die Aktienkurse nach einer Phase erhöhter Volatilität und in einigen Bereichen noch überdurchschnittlicher Bewertungen zu stützen."

Die Aktien von Wells Fargo gaben im vorbörschlichen Handel vor den Zahlen um 0,8 % nach, während Citi um 0,6 % sank. JPMorgan notierte unverändert, BlackRock stieg um 0,6 %. J&J lag 0,6 % im Minus.

Zudem wird eine neue Veröffentlichung des Erzeugerpreisindex erwartet. Erst vor wenigen Tagen hatten Daten gezeigt, dass die US-Verbraucherpreise im März so stark gestiegen sind wie seit fast vier Jahren nicht mehr, getrieben durch einen Rekordsprung bei den Benzin- und Dieselkosten.

Im weiteren Tagesverlauf werden Kommentare mehrerer Fed-Vertreter auf Hinweise geprüft, wie die Zentralbank die Auswirkungen des Krieges zwischen den USA und dem Iran bewertet.

Reden von Austan Goolsbee (Chicago Fed), Susan Collins (Boston Fed), Fed-Gouverneur Michael Barr, Tom Barkin (Richmond Fed) und Anna Paulson (Philadelphia Fed) stehen auf der Agenda.

An anderer Stelle legten United Airlines und American Airlines um 1,5 % bzw. 4,3 % zu. Scott Kirby, CEO von United Airlines, hat US-Präsident Donald Trump Ende Februar eine mögliche Fusion mit American Airlines vorgeschlagen, wie zwei Quellen berichteten. Dies nährt die Aussicht auf einen branchenverändernden Deal, der jedoch wahrscheinlich auf erhebliche regulatorische Hürden stoßen dürfte. (Berichterstattung durch Niket Nishant in Bengaluru; Redaktion durch Rashmi Aich)