Die großen US-Fluggesellschaften mussten sich am Sonntag auf einen dritten Tag mit staatlich angeordneten Flugkürzungen einstellen, nachdem zunehmender Personalmangel bei der Flugsicherung am Samstag tausende Flüge durcheinandergebracht hatte.
Die Federal Aviation Administration (FAA) wies die Fluggesellschaften an, ab Freitag 4% der täglichen Flüge an 40 großen Flughäfen zu streichen. Grund dafür sind Sicherheitsbedenken im Flugverkehr. Der Regierungsstillstand, der mittlerweile einen Rekordwert von 40 Tagen erreicht hat, führte zu einem Mangel an Fluglotsen, die wie andere Bundesangestellte seit Wochen nicht bezahlt wurden.
Die Kürzungen sollen am Dienstag auf 6% steigen und bis zum 14. November 10% erreichen.
Die FAA teilte am Samstag mit, dass Personalmangel bei der Flugsicherung inzwischen 42 Tower und weitere Zentren betrifft und zu Verzögerungen an mindestens 12 großen US-Flughäfen führt, darunter Atlanta, Newark, San Francisco, Chicago und New York.
Am Samstag wurden rund 1.550 Flüge gestrichen und 6.700 Flüge verspäteten sich. Zum Vergleich: Am Freitag waren es 1.025 gestrichene und 7.000 verspätete Flüge.
Vertreter der Fluggesellschaften erklärten unter vier Augen, dass die Vielzahl an Verzögerungsprogrammen die Planung und Durchführung vieler Flüge nahezu unmöglich mache. Sie äußerten große Besorgnis darüber, wie das System funktionieren soll, falls sich die Personalsituation weiter verschärft.
Die seit Freitagmorgen geltenden Kürzungen betreffen etwa 700 Flüge der vier größten Fluggesellschaften: American Airlines, Delta Air Lines, Southwest Airlines und United Airlines. Für Sonntag wird mit einer ähnlichen Anzahl gestrichener Flüge gerechnet.
Während des Regierungsstillstands mussten 13.000 Fluglotsen und 50.000 Sicherheitskontrolleure ohne Bezahlung arbeiten.
US-Verkehrsminister Sean Duffy erklärte, er könne im Falle weiterer Ausfälle von Fluglotsen eine Reduzierung des Flugverkehrs um 20% anordnen. ,,Ich bewerte die Daten", sagte Duffy. ,,Wir werden Entscheidungen auf Grundlage dessen treffen, was wir im Luftraum beobachten."
Der republikanische Senator Ted Cruz gab an, von der FAA darüber informiert worden zu sein, dass Piloten seit Beginn des Shutdowns mehr als 500 Sicherheitsberichte über Fehler von Fluglotsen aufgrund von Erschöpfung eingereicht hätten.
(Bericht von David Shepardson; Redaktion: Christopher Cushing)



















