US-Fintech-Aktien könnten einen Vorteil erlangen, da Washington im Vorfeld der Zwischenwahlen im November 2026 eine populistischere, auf Erschwinglichkeit ausgerichtete Agenda verfolgt, erklärten Analysten von Citigroup in einer Mitteilung.

Präsident Donald Trumps jüngste politische Initiative veranlasst Investoren dazu, Teile des Finanzsektors neu zu bewerten. Sein Fokus auf Erschwinglichkeit könnte laut dem Brokerhaus den Weg für Fintech-Herausforderer öffnen und traditionelle Kreditgeber in den Hintergrund drängen.

Unternehmen, die verbraucherfreundliche Kredite und Dienstleistungen für kleine Unternehmen anbieten, darunter Buy-now-pay-later-Anbieter wie Affirm und Klarna sowie Fintech-Firmen wie SoFi und Block, sind laut der Bank besonders gut positioniert, um davon zu profitieren. Citi hebt zudem die Restaurant-Technologieplattform Toast und das E-Commerce-Unternehmen Shopify als potenzielle Gewinner hervor.

Traditionelle Kreditgeber erlebten nach Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus im Jahr 2025 einen Aufschwung, da mit einer lockereren Regulierung gerechnet wurde. Doch Trumps Fokus auf Erschwinglichkeit könnte laut der Mitteilung die Aufmerksamkeit nun auf Fintech-Herausforderer lenken.

Im Jahr 2025 stieg SoFi um etwa 70 %, während Affirm um mehr als 22 % zulegte. Block hingegen fiel um mehr als 23 % und schnitt damit sowohl schlechter ab als andere Fintechs als auch als der breitere Markt, wobei der Nasdaq Composite im gleichen Zeitraum um etwa 20,4 % stieg. Grund dafür sind Bedenken hinsichtlich Wachstum und Wettbewerb im Zahlungsverkehr.

"Populismus nimmt als Teil des Fokus auf Erschwinglichkeit im Vorfeld der Zwischenwahlen zu", so Citi weiter. Unternehmen, die günstigere und benutzerfreundlichere Kreditlösungen oder Dienstleistungen für kleine Unternehmen anbieten, könnten davon profitieren.

Zu Beginn dieses Monats forderte Trump eine einjährige Begrenzung der Kreditkartenzinsen auf 10 %, was auf Widerstand in der Bankenbranche stieß, darunter auch von JP Morgan Chase CEO Jamie Dimon.

Der US-Präsident unterzeichnete zudem eine Executive Order, die große institutionelle Investoren daran hindern soll, mit privaten Hauskäufern zu konkurrieren. Damit bestärkt er seine auf Erschwinglichkeit ausgerichtete Agenda, von der laut Citi kleinere Fintechs profitieren könnten.