US-Seeports schlugen im Januar 6,8 % weniger Containerimporte ab als im Vorjahresmonat, als US-Unternehmen Waren vorzeitig einführten, um den von Präsident Donald Trump verhängten Zöllen zuvorzukommen, was die Importe auf ein Rekordhoch für diesen Monat schnellen ließ. Das teilte der Supply-Chain-Technologieanbieter Descartes Systems Group am Montag mit. 

Investoren beobachten die US-Containerimporte genau, da sie als Indikator für die wirtschaftliche Gesundheit gelten, einschließlich der Verbrauchernachfrage, die der Hauptmotor der heimischen Wirtschaft ist. Sie spiegeln zudem die Auswirkungen der Handelspolitik von Trump wider, die sich von der Main Street bis zur Wall Street auswirken.   

US-Containerimporte beliefen sich im Januar auf insgesamt 2.318.722 Standardcontainer (TEU) und lagen damit über dem historischen Durchschnitt für diesen Monat. Dies deutet laut Descartes wahrscheinlich auf ein normalisierteres Handelsumfeld hin, das von stabiler Nachfrage statt von Vorzieheffekten geprägt ist.

Die Importe aus China beliefen sich auf 771.093 TEU, ein Rückgang von 22,7 % gegenüber Januar 2025. 

China machte im vergangenen Monat ein Drittel der gesamten US-Importe aus. 

Für die erste Jahreshälfte wird ein Rückgang der US-Containerimporte prognostiziert, da die Vorzieheffekte zu Jahresbeginn 2025 zu rekordverdächtigen Hafenumschlägen geführt hatten. Das geht aus dem am Montag veröffentlichten Global Port Tracker-Bericht der National Retail Federation und Hackett Associates hervor. 

"Nach im Wesentlichen stabilen Containerimportvolumina im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 erwarten wir einen Rückgang in der ersten Hälfte 2026 und wahrscheinlich darüber hinaus", sagte Ben Hackett, Gründer von Hackett Associates. 

"Die anhaltende Anwendung von Zöllen gegen Freunde und Feinde gleichermaßen, verbunden mit der Unsicherheit, wann oder ob sie umgesetzt werden, macht Handelsprognosen sehr schwierig", so Hackett weiter. Zudem habe der Regierungsstillstand im vergangenen Jahr zu einer Verzögerung bei den amtlichen Handelsdaten geführt. 

Auch der Oberste Gerichtshof der USA muss noch über die Rechtmäßigkeit der von der Trump-Regierung im Rahmen des International Emergency Economic Powers Act verhängten Zölle entscheiden. Sollte das Gericht die IEEPA-Zölle kippen, könnte die Regierung laut eigenen Angaben Zölle auf Grundlage anderer Handelsbefugnisse einführen.