Von Gavin Bade, Bob Tita und Ryan Felton

DOW JONES--Ford und weitere US-Automobilhersteller, die wegen Lieferengpässen eine Zollbefreiung für Aluminium fordern, stoßen bei der Regierung mit der Bitte erstmal auf Granit. Die Trump-Administration habe bisher Forderungen nach einer Entlastung zurückgewiesen, sagten mit der Sache vertraute Personen. Im vergangenen Herbst haben zwei Brände das Aluminium-Walzwerk von Novelis in Oswego im US-Bundesstaat New York mindestens bis Juni dieses Jahres lahmgelegt. Die Brände ereigneten sich in dem Teil des Werks, in dem Aluminium zu dünnen Blechen gewalzt wird, die später zu Karosserieteilen gestanzt werden. Das Werk ist der größte inländische Lieferant von Aluminiumblechen für die US-Automobilindustrie, es beliefert etwa ein Dutzend Unternehmen, darunter Ford, Stellantis, General Motors sowie ausländische Automobilhersteller mit Produktionsstätten in den USA.

Novelis, eine Tochtergesellschaft der indischen Hindalco Industries, kompensiert den Produktionsausfall in Oswego mit Aluminium aus seinen Werken in Europa und Südkorea. Das importierte Leichtmetall unterliegt jedoch im Moment einem Zollsatz von 50 Prozent, und diese Kosten werden beim Kauf des Aluminiums an die Automobilhersteller weitergegeben. Die Lieferengpässe betreffen Ford am stärksten, weil der Konzern für den Bau seines F-150-Trucks auf das Aluminium aus dem Werk angewiesen ist. In den vergangenen Wochen hat Ford die US-Regierung um Unterstützung gebeten. Informierte Personen sagten, dass Ford-Manager eine Befreiung von den Zöllen erbeten hätten, zumindest bis das Novelis-Werk in Oswego wieder den vollen Betrieb aufnimmt. Die Diskussionen seien Teil laufender Gespräche zwischen den Automobilherstellern und der US-Regierung über die Auswirkungen von Trumps Zöllen, so die Informanten.

Bisher habe die US-Regierung jedoch in der Sache noch nicht nachgegeben und einige Regierungsvertreter darauf verwiesen, dass man bereits im vergangenen Jahr Entlastungen bei anderen Zöllen gewährt habe. Damals wurde es großen Automobilherstellern ermöglicht, einen Teil der Zollkosten für Autoteile zurückzufordern, die mit Abgaben von 25 Prozent belegt sind. Ford erklärte im Februar, dass man durch die Brände bereits eine Belastung von 2 Milliarden US-Dollar habe hinnehmen müssen; in diesem Jahr seien mit zusätzlichen 1 Milliarde Dollar an Kosten für importiertes Aluminium zu rechnen.

Automobilhersteller und andere Nutzer von Stahl- und Aluminiumprodukten könnten in den kommenden Monaten mit noch höheren Zöllen konfrontiert werden, nachdem die US-Regierung kürzlich die Metallzölle überarbeitet hat. Nach den Änderungen werden viele Fertigprodukte, die Aluminium und Stahl enthalten, mit einem Zoll von 25 Prozent auf den Gesamtwert des Produkts belegt anstatt eines 50-prozentigen Zolls nur auf den Metallwert. Es ist wahrscheinlich, dass die Zollkosten für viele Produkte steigen werden.

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April 08, 2026 02:33 ET (06:33 GMT)