Das ungarische Ölunternehmen MOL erwägt laut einem Bericht des in Belgrad ansässigen Wochenmagazins NIN den Erwerb des 11,3%-Anteils von Gazprom am serbischen Ölkonzern NIS, der derzeit unter US-Sanktionen steht. Dies berichtete das Magazin am Donnerstag unter Berufung auf informierte Quellen.
Gazprom Neft aus Russland hält 44,9% und Gazprom 11,3% an NIS, das die einzige Raffinerie Serbiens betreibt. Die serbische Regierung besitzt 29,9% der Anteile, während der Rest auf Kleinanleger und Mitarbeiter entfällt.
Ein Erwerb des Gazprom-Anteils durch MOL würde laut NIN dazu führen, dass Gazprom Neft zum Minderheitsaktionär wird. Das Magazin fügte hinzu, dass das Geschäft am 15. November in Budapest besprochen werden könnte.
Ein Sprecher von MOL lehnte es ab, die "Marktgerüchte" zu kommentieren.
Zu Beginn dieser Woche erklärte die serbische Energieministerin Dubravka Djedovic Handanovic, dass die beiden russischen Unternehmen eine Anfrage an das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums gestellt hätten, in der sie ihre Bereitschaft bekunden, die Kontrolle an einen Dritten abzugeben.
Vertreter von NIS waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums hatte ursprünglich im Januar Sanktionen gegen den russischen Ölsektor verhängt. Für NIS wurden diese jedoch mehrfach verschoben und traten schließlich am 8. Oktober in Kraft. Banken haben daraufhin die Zahlungsabwicklung für NIS eingestellt, und die kroatische JANAF-Pipeline hat die Rohöllieferungen gestoppt.
(Bericht von Aleksandar Vasovic in Belgrad; zusätzliche Berichterstattung von Gergely Szakacs in Budapest; Redaktion: Elaine Hardcastle)


















