Die Zahlen sprechen für sich: Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer ist im Vergleich zum Vorjahr um 17 % gestiegen – von 161 auf 189 Millionen. Das Buchungsvolumen legte um 21 % zu, der Umsatz um 20 %. Damit rückt die Marke von 50 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in greifbare Nähe.

Weniger glänzend fällt dagegen das operative Ergebnis aus, das weiterhin unter Druck steht – auch wenn Uber ein um 33 % gestiegenes „adjusted“ Ergebnis ausweist. Dieses bereinigte Ergebnis schließt jedoch weder aktienbasierte Vergütungen noch verschiedene „außergewöhnliche“ Kosten ein, die in der Praxis regelmäßig anfallen und daher kaum als einmalig durchgehen.

Ungeachtet dessen reiht Uber Erfolg an Erfolg. Das Kerngeschäft im Bereich Mobilität finanziert zunehmend die Expansion der Liefersparte, die mittlerweile profitabel arbeitet. Der Umsatz mit Essenslieferungen ist im abgelaufenen Quartal um satte 29 % gestiegen.

Auch intern wurden Akzente gesetzt: Auf Druck der Aktionäre wurde der Anstieg der aktienbasierten Vergütung für Führungskräfte gebremst. Während die Umsätze weiter kräftig wachsen, wurden die Zuteilungen von Aktienoptionen an das Topmanagement zurückgefahren – ein klares Signal an den Kapitalmarkt.

CEO Dara Khosrowshahi, der 2017 die Nachfolge von Gründer Travis Kalanick antrat, musste zuletzt ebenfalls Zugeständnisse machen. So wurde erstmals seit sechs Jahren wieder ein Chief Operating Officer (COO) ernannt – eine Reaktion auf die Sorge von Investoren, der CEO kontrolliere das operative Geschäft zu zentralistisch. Uber ist in seiner Struktur nach wie vor stark hierarchisch organisiert, ähnlich wie Tesla.

Im Sommer hatte Uber ein massives Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 20 Milliarden US-Dollar angekündigt. Das sorgte für Stirnrunzeln, da dem Unternehmen zugleich ein neuer Investitionszyklus bevorsteht – dessen Richtung im Kontext von Robotaxis und autonomem Fahren noch nicht klar absehbar ist. Hier steht Uber in Konkurrenz zu ambitionierten Akteuren wie Waymo oder Tesla.

Ein erstes Signal kam vor wenigen Tagen: Uber verpflichtete sich, mindestens 20 000 Elektrofahrzeuge des Herstellers Lucid für seinen Robotaxi-Dienst in San Francisco zu erwerben. Das ist bemerkenswert – für ein Unternehmen, das sich einst rühmte, weltweit führend im Personentransport zu sein, ohne dabei auch nur ein einziges Fahrzeug in der Bilanz zu führen.