Tyson Foods hat sich bereit erklärt, keine Aussagen mehr zu treffen, wonach das Unternehmen bis 2050 Netto-Null-Treibhausgasemissionen erreichen werde oder Rindfleisch als klimafreundlich zu vermarkten. Damit reagiert der US-Fleischkonzern auf eine Klage, in der ihm vorgeworfen wurde, Verbraucher mit diesen Behauptungen in die Irre geführt zu haben. Dies teilte die gemeinnützige Organisation Environmental Working Group (EWG) am Montag mit.
Zahlreiche Unternehmen sehen sich derzeit mit Klagen wegen sogenanntem ,,Greenwashing" konfrontiert - dem Versuch, sich in der Öffentlichkeit ein umweltfreundliches Image zu geben.
Zu den in der Klage der Environmental Working Group genannten irreführenden Werbemaßnahmen zählte unter anderem die Tyson-Marke Brazen Beef.
Das Unternehmen hatte behauptet, dass es sich hierbei um das erste Rindfleischprodukt handele, das vom US-Landwirtschaftsministerium (USDA) eine Genehmigung für das Label ,,klimafreundlich" erhalten habe, da im Produktionsprozess im Vergleich zu anderem Rindfleisch eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 10 % nachgewiesen worden sei.
Die im Jahr 2024 eingereichte Klage warf Tyson vor, bei Verbrauchern den irreführenden Eindruck zu erwecken, dass die angebotenen Rindfleischprodukte ,,klimasmart" seien, ohne einen fundierten Plan zur Erreichung der Netto-Null-Ziele vorzulegen.
Laut Vergleichsvereinbarung, die der Environmental Working Group vorliegt, wird Tyson diese Aussagen für einen Zeitraum von fünf Jahren nicht wiederholen oder neue Behauptungen aufstellen, es sei denn, diese werden von einem gemeinsam benannten Experten bestätigt.
,,Diese Einigung stärkt das Prinzip, dass Verbraucher Ehrlichkeit und Verantwortlichkeit von den Unternehmen erwarten dürfen, die unser Lebensmittelsystem prägen", sagte Caroline Leary, Justiziarin und Chief Operating Officer der Environmental Working Group.
,,Die Entscheidung zur Einigung wurde ausschließlich getroffen, um den Aufwand und die Ablenkung durch einen langwierigen Rechtsstreit zu vermeiden, und stellt kein Eingeständnis eines Fehlverhaltens durch Tyson Foods dar", erklärte ein Unternehmenssprecher.
Im Vergleich heißt es weiter, dass Tyson die Vorwürfe der Gruppe zurückweise und zudem mehr als 65 Millionen US-Dollar investiert habe, um die Treibhausgasemissionen im Zusammenhang mit seinen Rindfleischprodukten zu senken.
Erst in diesem Monat hatte die Generalstaatsanwältin des US-Bundesstaates New York, Letitia James, bekannt gegeben, dass der Fleischverarbeiter JBS USA bereit sei, 1,1 Millionen US-Dollar zu zahlen, um Vorwürfe beizulegen, wonach das Unternehmen die Öffentlichkeit mit dem Versprechen, bis 2040 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, in die Irre geführt habe.
Bereits im Oktober hatte ein franzosisches Gericht geurteilt, dass der Ölkonzern TotalEnergies Verbraucher in einer Werbekampagne aus dem Jahr 2021 täuschte, als er behauptete, bis 2050 klimaneutral werden zu konnen.



















