Der Protest stand unter dem Motto: 'Das Volk hungert und die Gefängnisse sind voll'.
Die Demonstranten forderten ein Ende der Alleinherrschaft und trugen Transparente, auf denen die Verhaftungen von Politikern, Journalisten und Vertretern der Zivilgesellschaft angeprangert wurden, während die Besorgnis über ein weitreichendes Vorgehen gegen Andersdenkende wächst.
Zudem kritisierten die Protestierenden das Versagen Saieds bei der Bewältigung der Wirtschaftskrise, während er Justiz und Polizei instrumentalisiere, um Kritiker mundtot zu machen.
Tunesien sieht sich einer akuten wirtschaftlichen Belastung ausgesetzt, die durch schleppendes Wachstum, rasant steigende Preise, Engpässe bei Medikamenten und Grundnahrungsmitteln sowie Finanzierungsdruck und marode öffentliche Dienstleistungen gekennzeichnet ist.
Saied, der das Parlament auflöste und 2022 begann, per Dekret zu regieren, sieht sich wachsender Kritik von Menschenrechtsorganisationen ausgesetzt. Diese werfen ihm den Rückbau des demokratischen Systems vor, das nach 2011 entstanden war.
Saied weist diese Vorwürfe zurück und erklärt, seine Maßnahmen seien notwendig, um das Land vor Chaos und Korruption zu retten.
Die Anwaltskammer hat für die kommenden Tage zu Streiks gegen die Aushöhlung der richterlichen Unabhängigkeit aufgerufen, während die Journalistengewerkschaft Proteste gegen die Inhaftierung von Medienvertretern und Einschränkungen der Pressefreiheit plant.
Die Behörden betonen, sie würden lediglich geltendes Recht durchsetzen, und weisen Vorwürfe politischer Repression von sich.























