TUI Group meldet für das 2. Quartal einen Nettoverlust von 239,9 Mio. Euro, nach einem Minus von 262,8 Mio. Euro ein Jahr zuvor – ein Rückgang um knapp 9 %. Das Ergebnis je Aktie beläuft sich damit auf -0,56 Euro (nach -0,60 Euro vor einem Jahr) und fällt leicht besser aus als der Konsens, der weiterhin mit -0,60 Euro gerechnet hatte.

Der Quartalsumsatz blieb mit 3,7 Mrd. Euro stabil und entsprach dem Konsens. Auf berichteter Basis ging er leicht um 0,1 % zurück, zu konstanten Wechselkursen legte er jedoch um 1,3 % zu.

Eine solide Veröffentlichung, die den Markt beruhigt

Das bereinigte EBIT des Konzerns verbesserte sich auf -192,7 Mio. Euro, nach -206,8 Mio. Euro im Vorjahr. Das entspricht einem Plus von 6,8 %. Auch hier wurde der Konsens übertroffen: Er hatte eine etwas höhere Verlustzahl von 202 Mio. Euro erwartet.

Diese Leistung wurde trotz einer Sonderbelastung von schätzungsweise rund 45 Mio. Euro erzielt, davon 40 Mio. Euro im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran und 5 Mio. Euro wegen des Hurrikans in Jamaika.

Nach Sparten stieg das bereinigte EBIT bei TUI Musement um 29,2 % und im Bereich Markets + Airline um 7,9 %. Dagegen sank es bei Hotels & Resorts um 5,4 % und im Segment „Cruises“ um 3,1 %.

Vorstandschef Sebastian Ebel erklärte, der Konzern bleibe „operativer Exzellenz und profitablem Wachstum verpflichtet“, und verwies zugleich auf die Fähigkeit, „sich dank einer soliden Finanzposition und einer robusten Bilanz im aktuellen Umfeld zu behaupten“.

Angesichts der Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten hat TUI sein Jahresziel für das Umsatzwachstum ausgesetzt. Der Konzern peilt für 2026 nun ein bereinigtes EBIT zwischen 1,1 und 1,4 Mrd. Euro an. AlphaValue liegt bei 1,24 Mrd. Euro, der Konsens bei 1,36 Mrd. Euro.

Analysten verweisen auf attraktive Bewertung

Nach der Veröffentlichung erklärte AlphaValue, man rechne mit „einer positiven Marktreaktion“ und einer leichten Anhebung der eigenen Schätzungen nach der Bestätigung der Jahresziele, die einen optimistischeren Ton des Managements widerspiegele.

Jefferies bestätigt unterdessen die Einstufung „Halten“ für die TUI-Group-Aktie mit einem unveränderten Kursziel von 8,20 Euro.

Der Broker hebt hervor, dass die Ergebnisse des zweiten Quartals ein EBIT-Wachstum von 7 % gegenüber dem Vorjahr zeigen, im Einklang mit den im April gegebenen Aussagen. Die Perspektiven für 2026 blieben trotz der Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten unverändert.

Jefferies hält die Bewertung mit einem geschätzten KGV 2026 von 6 für „wenig anspruchsvoll“, bevorzugt jedoch weiterhin Jet2, das besser positioniert sei und ein klarer erkennbares Wachstumsprofil aufweise.

Bei Oddo BHF bestätigen die Analysten ihre Einstufung „Outperform“ mit einem unveränderten Kursziel von 11,20 Euro. Die derzeit schwächeren Sommerbuchungen stellten die Fundamentaldaten des Konzerns nicht in Frage. Der Broker bezeichnet die Halbjahreszahlen als „voll im Rahmen der Erwartungen“ und die Leistung im zweiten Quartal als solide, trotz der Auswirkungen des Iran-Konflikts auf das Kreuzfahrtgeschäft.

Das Analysehaus verweist zudem auf die führende Position von TUI in Europa, das Wachstum beim „Dynamic Packaging“, die Ausrichtung auf das Kreuzfahrtsegment und den laufenden Strategieplan. Oddo BHF hält die aktuelle Bewertung der Aktie weiterhin für „extrem niedrig“.