Der wichtigste kanadische Aktienindex legte am Donnerstag zu, nachdem Anleger schwächere als erwartete US-Inflationsdaten sowie jüngste positive Signale aus der heimischen Wirtschaft begrüßten.

Der S&P/TSX Composite Index schloss mit einem Plus von 190,83 Punkten bzw. 0,6% bei 31.440,85 und beendete damit eine vier Tage andauernde Verlustserie. Der Markt näherte sich damit wieder dem Rekordschlussstand, den er am vergangenen Donnerstag erreicht hatte.

„Insgesamt sieht es so aus, als ob die Lage in Kanada ziemlich gut ist“, sagte Kevin Headland, Co-Chef-Anlagestratege bei Manulife Investments.

„Die kanadische Wirtschaft entwickelt sich wahrscheinlich besser als viele erwartet hatten. Wir sehen eine Inflation, die sich nahe dem Ziel bewegt. Die Bank of Canada pausiert derzeit. Die Stimmung ist ziemlich stark.“

Kanadische Einzelhandelsumsatzzahlen, die am Freitag veröffentlicht werden, könnten weitere Hinweise auf den Zustand der heimischen Wirtschaft liefern. Ökonomen erwarten nach einem Rückgang von 0,7% im September einen unveränderten Wert gegenüber dem Vormonat.

Auch die wichtigsten US-Börsenindizes schlossen höher, nachdem die Verbraucherpreise in den USA im November weniger stark stiegen als erwartet, was die Erwartungen auf Zinssenkungen der Federal Reserve weiter anfacht.

Zyklische Sektoren zählten zu den größten Gewinnern am TSX: Sowohl Industrie- als auch die stark gewichteten Finanzwerte legten jeweils 0,9% zu, während der Bereich nicht-basisverbraucherorientierte Konsumgüter um 1% stieg.

Kanadas Finanzaufsicht teilte mit, dass sie die zusätzlichen Kapitalanforderungen für die größten Kreditinstitute des Landes beibehält. Die sechs größten Banken seien in einem sich wandelnden Risikoumfeld widerstandsfähig.

Energie war hingegen ein Bremsklotz und fiel um 1,5%. Der Ölpreis schloss 0,4% höher bei 56,15$ pro Barrel, während Anleger die Wahrscheinlichkeit weiterer US-Sanktionen gegen Russland und die durch eine Blockade venezolanischer Öltanker verursachten Angebotsrisiken bewerteten.

US-Präsident Donald Trump sollte laut hochrangigen Regierungsvertretern eine Anordnung unterzeichnen, die eine Lockerung der bundesstaatlichen Vorschriften für Marihuana empfiehlt, ein Schritt, der die jahrzehntelange harte Linie gegen Cannabis weiter umkehren könnte.

Trotzdem fielen die Aktien des Cannabis-Unternehmens Curaleaf Holdings Inc um 32% und gaben damit einen Großteil ihrer jüngsten Kursgewinne wieder ab.