US-Präsident Donald Trump plant, nationale Verteidigungsbefugnisse aus der Ära des Kalten Krieges zu nutzen, um fast 700 Millionen Dollar zur Unterstützung von Kohleanlagen bereitzustellen, wie ein Vertreter des Weißen Hauses mitteilte.

Trump könnte bereits am Donnerstag bekannt geben, dass er den Defense Production Act in Anspruch nehmen wird. Dieses Gesetz aus dem Jahr 1950 verleiht Präsidenten weitreichende Befugnisse über Industrien mit Relevanz für die nationale Sicherheit. Damit sollen mehr als ein Dutzend Kohlekraftwerke modernisiert, ein massives Kohleexportterminal an der Westküste errichtet und Unternehmensgelder für den Bau neuer Kraftwerke aufgestockt werden, so der Beamte.

Die Person sprach unter der Bedingung der Anonymität, um der Ankündigung des Präsidenten nicht vorzugreifen, und gab zu bedenken, dass sich Details noch ändern könnten.

Die Trump-Administration hat Energiefragen zu einer existenziellen Angelegenheit erklärt. Dabei hat sie den inländischen Bedarf zur Versorgung stromintensiver KI-Rechenzentren im Blick und zielt darauf ab, ausländische Rivalen mit großen fossilen Brennstoffreserven zu marginalisieren. Dennoch verzeichnet Kohle in den USA einen stetigen Nutzungsrückgang. Während sie einst mehr als die Hälfte der US-Stromerzeugung ausmachte, sank dieser Anteil laut der U.S. Energy Information Administration in den letzten Jahren auf weniger als ein Fünftel.

Energieerzeuger sind weitgehend auf günstigeres Erdgas und erneuerbare Energien umgestiegen, da sie die Auswirkungen fossiler Brennstoffe auf die Erderwärmung sowie die zunehmende Abhängigkeit von fragilen globalen Lieferketten fürchten.

Von den 700 Millionen Dollar wird mehr als die Hälfte in die Modernisierung von 13 Kohlekraftwerken fließen. 185 Millionen Dollar sind als Ergänzung zu Unternehmensmitteln für Kohleanlagen in Alaska, Maryland und West Virginia vorgesehen, während 75 Millionen Dollar das seit langem geplante West Gateway Exportterminal in Nordkalifornien unterstützen sollen.

Bloomberg berichtete zuerst über die geplanten Kohlesubventionen. (Berichterstattung durch Jacob Bogage und Jarrett Renshaw; Redaktion durch Jacqueline Wong)