US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag ein Dekret unterzeichnet, das die Regulierungsbehörden und die Federal Reserve dazu aufruft, Vorschriften zu überprüfen, die Finanzinnovationen behindern könnten. Dazu gehört auch die Frage, ob die Zentralbank den Zugang von Fintechs zu ihren Zahlungswegen - den Systemen, über die Gelder zwischen Banken transferiert werden - ausweiten könnte.

Die Anordnung fordert die Fed auf, gemeinsam mit anderen Aufsichtsbehörden Richtlinien zu überprüfen, die zur Unterstützung des Fintech-Wachstums aktualisiert werden könnten. Zudem wird die Fed aufgefordert, ihren Ansatz bei der Gewährung des Zugangs zu Zahlungskonten und -diensten zu untersuchen und Optionen zu prüfen, um diesen Zugang auf Fintechs und andere Nicht-Banken-Unternehmen auszuweiten.

Der Zugang zu sogenannten 'Master Accounts' durch nicht-traditionelle Finanzunternehmen rückt bei der Fed zunehmend in den Fokus, da mehrere Fintechs den Zugang beantragt haben oder dies planen. Master-Konten der Fed werden oft mit Bankkonten für Banken verglichen, die es den Inhabern ermöglichen, Gelder direkt über das Zahlungssystem der Fed zu bewegen.

Der Krypto-Börse Kraken wurde im März ein Fed-Master-Konto gewährt, was ihr Zugang zum Wholesale-Zahlungssystem der Zentralbank, Fedwire, verschafft und die Möglichkeit bietet, begrenzte Guthaben über Nacht zu halten. Die Krypto-Unternehmen Ripple, Anchorage Digital und der Fintech-Geldtransferdienst Wise hoffen laut öffentlichen Informationen ebenfalls auf den Erhalt von Master-Konten.

Die Fed hat bereits signalisiert, dass sie ihre Zahlungswege für weitere Krypto- und Fintech-Unternehmen öffnen wird. Im Dezember holte sie Stellungnahmen zu einem potenziellen neuen Typ von Zahlungskonto ein, das ähnlichen Beschränkungen unterliegen würde wie das von Kraken.